Geschenkgutschein eingelöst: Mein Tandemflug am Tegernsee
Geschenkgutschein für Tandemfliegen am Tegernsee: Sarah (23) erlebt ihren ersten Paragliding-Flug am Wallberg. Ehrlicher Erfahrungsbericht über Gleitschirmfliegen in Bayern – jetzt lesen!

Geschenkgutschein eingelöst: Mein Tandemflug am Tegernsee
Ich heiße Sarah, bin 23 und komme aus Wien. Eigentlich war der Tegernsee nur als Zwischenstopp gedacht – ein paar Tage runterkommen, lesen, am Wasser sitzen, bevor ich weiter zu einer Freundin nach München fahre. Dass ich am Ende von dort aus über dem Mangfallgebirge schweben würde, hätte ich am Morgen meiner Anreise nicht für möglich gehalten.
Wie aus einem Kaffee am See ein Tandemflug wurde
Es war mein zweiter Tag. Ich saß auf einer Bank in Rottach-Egern, vor mir ein Pappbecher Cappuccino, hinter mir das Geräusch von kleinen Wellen, die gegen den Steg klatschten. Ich habe nach oben geschaut, weil ein Schatten über meine Hand wanderte. Da war er: ein bunter Gleitschirm, ziemlich tief, ruhig, fast wie in Zeitlupe. Dann noch einer. Und noch einer. Ich habe einfach lange hochgeschaut.
Das Erste, was ich gemacht habe, war googeln. „Paragliding Tegernsee Wallberg" – so ungefähr. Ich bin auf die Seite gestoßen, habe ein bisschen runtergescrollt und gemerkt: Das geht wirklich, heute noch, einfach so. Auf der Startseite hat mich dann das Wort „[Geschenkgutschein](https://tandem-paragliding.center/fluggebiete/de/bayern/rottach-egern/tegernsee-am-wallberg)" angelacht. Eigentlich hatte ich nur nach einem Termin für mich gesucht – aber plötzlich dachte ich an meine Mama, die im Herbst Geburtstag hat und seit Jahren sagt, sie würde so etwas „eines Tages" gerne machen. Ich habe für mich selbst gebucht und gleichzeitig den Gutschein für sie bestellt. Beides vom Smartphone aus, auf einer Holzbank, mit halbleerem Cappuccino. Den Flug habe ich auf /fluggebiete/de/bayern/rottach-egern/tegernsee-am-wallberg gebucht, für den nächsten Vormittag um zehn.
Ich glaube, ich habe danach drei Mal überprüft, ob die Bestätigungs-Mail wirklich angekommen ist. Sie war angekommen.
Der Moment vor meinem ersten Tandemflug
Am nächsten Morgen war ich früher dran als nötig. Ich bin mit der Wallbergbahn hochgefahren, mit einem leichten Druck im Magen, der irgendwo zwischen Vorfreude und „Was machst du hier eigentlich?" lag. Oben war es kühler als unten am See, die Luft roch nach Stein und ein bisschen nach Wald. Mein Pilot hat mich freundlich begrüßt, hat kurz mein Gewicht erfragt – ich liege weit unter der 100-kg-Grenze, das war also kein Thema – und mir dann in Ruhe alles erklärt. Gurtzeug, Helm, was ich beim Start tun soll, was nicht. „Du läufst einfach mit, bis ich sage stopp. Den Rest mache ich."
Was mich überrascht hat: Wie unaufgeregt das alles war. Kein Spektakel, kein „pass jetzt gut auf". Einfach jemand, der das offensichtlich tausend Mal gemacht hat und der dafür sorgt, dass ich mich genau so fühle, wie ich mich gefühlt habe – nämlich, dass das schon passt.
Dann der Schirm hinter uns, ein paar Schritte, der Stoff zieht, noch ein paar Schritte – und der Boden ist auf einmal nicht mehr da. Ich habe tatsächlich kurz gelacht, weil ich nicht wusste, was ich sonst tun sollte.
Was ich beim Flug über den Tegernsee gesehen habe
Es ist still da oben. Das ist das, was ich am wenigsten erwartet hatte. Kein Motorenlärm, nur ein leises Rauschen vom Wind im Schirm und ab und zu die Stimme meines Piloten hinter mir. Unter mir lag der Tegernsee, ein längliches, dunkelblaues Stück Wasser, eingerahmt vom Mangfallgebirge. Ich konnte die kleinen Boote sehen, die Promenade, sogar die Bank, auf der ich am Vortag meinen Cappuccino getrunken hatte. Theoretisch. Auf der anderen Seite die Bergkette, näher, als ich gedacht hätte, mit Schatten in den Falten.
Mein Pilot hat mir gezeigt, wo Tegernsee als Ort liegt, wo das Kloster ist, wo die Bräustüberl-Terrasse, an der ich am Abend zuvor gegessen hatte. Aus der Luft sah alles aus wie eine Modellbau-Landschaft, in der jemand jedes Detail liebevoll hingestellt hat.
Irgendwann hat er gefragt, ob ich „ein paar kleine Kurven" möchte. Ich habe ja gesagt, ohne genau zu wissen, worauf ich mich einlasse. Es war schöner, als ich gedacht habe – diese Schräglage, bei der man kurz das Gefühl hat, der Schirm trägt einen seitlich, nicht von oben. Magen hat sich gemeldet, aber freundlich, nicht panisch.
Was nach meinem Flug am Wallberg blieb
Die Landung war fast unspektakulär. Eine große Wiese, der Pilot sagt „Beine raus", ein paar Schritte, fertig. Ich stand wieder am Boden, und es hat eine Minute gedauert, bis ich realisiert habe, dass ich gerade wirklich da oben war.
Was bleibt, ist nicht die eine große Szene. Es ist eher: dieser Moment, als der Boden weg war und ich gelacht habe. Die Stille. Wie klein die Boote aussahen. Und das gute Gefühl, dass meine Mama im Herbst einen Umschlag aufmachen wird, in dem genau das drinsteht, was ich da oben erlebt habe.
Wenn ich jemandem davon erzähle, sage ich inzwischen: Wenn du am Tegernsee bist und einen Schirm am Himmel siehst, lass den Cappuccino kurz stehen und schau auf die Seite. Es lohnt sich. Den Geschenkgutschein hatte ich übrigens nach zehn Minuten gebucht – die zehn Minuten, in denen ich am längsten gezögert habe, was ich an dem Tag eigentlich machen will.