Kinderflug am Hartkaiser: Mein Tandemflug in Ellmau
Erlebnisbericht: Nicole (29) beim Kinderflug am Hartkaiser in Ellmau. Sanftes Tandemfliegen mit Gleitschirm über das Kaisergebirge. Jetzt buchen!

Tandemflug Ellmau: Mein Kinderflug am Hartkaiser
Ich heiße Nicole, bin 29 und komme aus Salzburg. Eigentlich war ich nur für ein langes Wochenende nach Tirol gefahren, um abzuschalten – ohne großen Plan, ohne Begleitung, einfach raus aus der Stadt. Dass ich am Ende dieses Wochenendes über dem [Ellmau](https://tandem-paragliding.center/fluggebiete/at/tirol/ellmau/ellmau-am-hartkaiser) am Hartkaiser in der Luft hängen würde, hätte ich am Morgen meiner Anreise selbst nicht geglaubt.
Angefangen hat alles ziemlich banal. Ich saß mit einem Kaffee auf dem kleinen Balkon meiner Pension, schaute Richtung Wilder Kaiser – und da war er: ein bunter Schirm, der ganz langsam über die Almwiesen segelte. Erst dachte ich, das sei sicher ein Profi, der von ganz oben kommt. Dann sah ich noch einen. Und noch einen. Ich kam ins Grübeln. Ich habe also mein Smartphone geschnappt, "Tandemflug Ellmau" eingetippt und bin ziemlich schnell auf tandem-paragliding.center gelandet. Auf der Seite stand viel über die verschiedenen Flugarten – und da las ich das erste Mal das Wort "Kinderflug". Ich musste schmunzeln, denn das klang erstmal so, als wäre das nichts für mich. Aber dann habe ich weitergelesen.
Wie ich auf den Kinderflug beim Tandemflug kam
Der Kinderflug ist, wie der Name vermuten lässt, eigentlich für die ganz jungen Passagiere gedacht – also für Kids, die noch nicht das normale Startgewicht erreichen oder denen man einen besonders sanften Einstieg ins Tandemfliegen ermöglichen möchte. Kürzere Strecke, ruhigere Linie, weniger Höhe. Ich habe trotzdem angerufen, weil ich neugierig war, und gefragt, ob ich – mit meinen 58 Kilo und ohne jede Flugerfahrung – sowas wie einen entspannten Einstieg buchen kann, ohne gleich die ganz lange Strecke vom Hartkaiser. Der Pilot am Telefon war total nett, hat erklärt, dass das Maximalgewicht ohnehin bei 100 kg liegt und dass er mir genau erklären könne, welche Variante zu mir passt. Letztlich habe ich mich für einen sanften, kürzeren Flug entschieden – orientiert an dem, was sonst auch beim Kinderflug üblich ist. Einfach, weil ich mir bei meinem ersten Mal nicht zu viel zumuten wollte.
Gebucht habe ich direkt über das Handy, auf /fluggebiete/at/tirol/ellmau/ellmau-am-hartkaiser. Drei Minuten später hatte ich eine Bestätigung im Postfach, und für den nächsten Vormittag war alles klar. So unkompliziert hatte ich mir das ehrlich gesagt nicht vorgestellt.
Der Moment vor dem Tandemflug am Hartkaiser
Am nächsten Morgen bin ich mit der Bergbahn auf den Hartkaiser gefahren. Schon allein die Auffahrt war ein Erlebnis – das Kaisergebirge zeigte sich von seiner besten Seite, die Felsen leuchteten im Vormittagslicht, und unter mir lagen die Wiesen der Wilder Kaiser Arena, dahinter konnte ich Söll erahnen. Mein Pilot wartete schon oben am Startplatz. Er hatte den Schirm bereits ausgelegt, erklärte mir Schritt für Schritt, was passieren würde, half mir in den Gurt und prüfte alle Karabiner. Was mich beruhigt hat: Er nahm sich Zeit. Keine Hektik, kein "jetzt schnell". Er fragte sogar, ob ich Anspannung im Bauch hätte, und meinte, das sei völlig normal.
Dann kam der Moment, den ich mir am häufigsten vorher ausgemalt hatte: laufen. "Drei Schritte, vielleicht vier, dann hebt es uns von selbst", hatte er gesagt. Und so war es auch. Ich rannte los, spürte den Zug nach oben, meine Füße verloren den Boden – und plötzlich saß ich. Einfach saß. In der Luft. Es war kein Sprung, kein Ruck, sondern ein gleitendes Wegheben, fast so, als hätte mir jemand ganz sanft den Stuhl unter den Hintern geschoben.
Was ich vom Flug über Ellmau mitgenommen habe
Was dann kam, lässt sich schwer in Worte fassen, ohne kitschig zu klingen. Unter mir die Almen, rechts das Massiv des Kaisergebirges, das so nah wirkte, als könnte ich die Wände anfassen. Vor uns die weite Mulde Richtung Söll, dahinter die Hänge, über die wir gerade noch mit der Bahn gefahren waren. Mein Pilot zeigte mir die Gipfel, nannte sie beim Namen, und ich versuchte, mir zumindest zwei davon zu merken. Es war erstaunlich ruhig da oben. Ich hatte mit Wind im Gesicht gerechnet, mit einem Pfeifen in den Ohren – stattdessen hörte ich nur das leise Rauschen der Leinen und ab und zu eine Kuhglocke aus der Tiefe.
Irgendwann fragte er, ob ich eine kleine Kurve fliegen wolle. Ich nickte, und er legte den Schirm sanft auf die Seite. Mir wurde kurz warm im Bauch, aber es war nicht unangenehm, eher wie auf einer Schaukel, die etwas weiter ausschwingt. Wir flogen ein paar Kreise, gewannen sogar nochmal ein bisschen Höhe, weil er einen warmen Aufwind erwischt hatte, und dann ging es langsam Richtung Landewiese.
Die Landung war der Teil, vor dem ich mich am meisten gefürchtet hatte. Völlig grundlos, wie sich herausstellte. Mein Pilot sagte mir genau, wann ich die Beine ausstrecken soll, ich tat es, und wir setzten so weich auf, dass ich erst gar nicht merkte, dass wir schon standen. Ich musste lachen – aus Erleichterung, aus Freude, aus diesem komischen Gemisch aus Adrenalin und Ruhe, das man wahrscheinlich nur nach so einem Flug kennt.
Was mir am meisten bleibt? Nicht der spektakulärste Moment, sondern die ersten Sekunden in der Luft. Dieses Gefühl, dass man losgelassen hat – im wörtlichen Sinn – und trotzdem getragen wird. Falls jemand überlegt, in Tirol mal einen Tandemflug auszuprobieren: Schaut euch die Optionen in Ellmau in Ruhe an, fragt nach dem, was zu euch passt (auch wenn ihr keine Kinder seid, lohnt sich das Gespräch über den Kinderflug als sanfte Variante), und traut euch. Ich bin froh, dass ich es getan habe.