Mein erster Aufwind beim Tandemflug am Blomberg – Bayern
Sophie erlebt ihren ersten Aufwind beim Tandemflug am Blomberg in Bayern. Authentischer Bericht über Thermik, Gleitschirmfliegen und Paragliding am Blomberg.

Mein erster Aufwind beim Tandemflug am Blomberg
Eigentlich war ich nur zum Wandern nach Bad Tölz gekommen. Als Salzburgerin kenne ich die Berge, aber der Blomberg hatte mich schon länger gereizt. An diesem sonnigen Septembertag sah ich dann diesen bunten Schirm über mir kreisen – und wie er höher und höher stieg, ohne zu sinken. Das musste ich auch erleben.
Die spontane Buchung direkt beim Tandemflug-Start
Ich saß gerade auf einer Bank unterhalb des Blomberggipfels und beobachtete fasziniert, wie der Gleitschirm in der Thermik tanzte. Mein Smartphone war schnell gezückt, "Tandemflug Blomberg" eingetippt, und schon landete ich auf der Seite vom Tandem-Paragliding-Center. Die Buchung auf /fluggebiete/de/bayern/wackersberg/blomberg war in drei Minuten erledigt – für den nächsten Tag um 14 Uhr.
Die Wartezeit kam mir endlos vor. Ich verbrachte den Abend in Bad Tölz, schlenderte durch die malerische Marktstraße mit ihren bunten Häuserfassaden und konnte an nichts anderes mehr denken. Würde ich auch so einen Aufwind erwischen? Die Wettervorhersage versprach perfekte Bedingungen.
Der Moment, als der Aufwind uns packte
Am nächsten Tag stand ich mit weichen Knien am Startplatz. Mein Pilot Thomas erklärte mir, dass wir heute beste Chancen auf Thermik hätten. "Schau mal, da drüben kreist schon ein Bussard", meinte er und deutete nach links. "Der zeigt uns, wo die warme Luft aufsteigt."
Nach ein paar Laufschritten hoben wir ab. Die ersten Sekunden schwebten wir ruhig über den Hang, dann spürte ich es: Ein sanftes Ruckeln, als würde uns jemand von unten anstupsen. "Da ist er, unser Aufwind!", rief Thomas. Er zog an den Leinen, und wir begannen zu kreisen.
Was dann passierte, kann ich kaum beschreiben. Wir stiegen und stiegen, der Blomberg wurde unter uns immer kleiner. Ich sah die Isar wie ein silbernes Band durch Bad Tölz fließen, dahinter erhoben sich die Voralpen. Thomas erklärte mir, wie er den Aufwind "zentriert" – immer im Kern der Thermik bleiben, dort wo es am stärksten nach oben geht.
Nach gefühlten Ewigkeiten schaute ich auf sein Vario: 1.800 Meter über dem Startplatz! "Das ist ein richtig guter Tag", strahlte er. "Manchmal finden wir keinen einzigen vernünftigen Aufwind, aber heute trägt uns die Thermik wie auf Händen."
Was vom Tandemflug bleibt – mehr als nur Höhenmeter
Die Landung kam viel zu schnell. Als meine Füße wieder festen Boden berührten, fühlte ich mich seltsam schwer. Thomas packte den Schirm zusammen und ich stand einfach nur da, schaute hinauf zum Blomberg und konnte nicht glauben, dass ich gerade dort oben war.
"Dein erster Thermikflug?", fragte er grinsend. Ich nickte stumm. "Das vergisst man nie. Dieser Moment, wenn dich der Aufwind packt und du merkst, dass du nicht mehr sinkst, sondern steigst – das ist pure Physik und trotzdem wie Zauberei."
Auf der Rückfahrt nach Salzburg musste ich immer wieder anhalten und zum Himmel schauen. Jede Wolke, jeder kreisende Vogel erinnerte mich daran. Ich verstehe jetzt, warum Gleitschirmflieger stundenlang in der Luft bleiben können. Es ist nicht nur das Fliegen an sich – es ist dieses Gefühl, wenn die Natur dich trägt, wenn du den Aufwind findest und nutzt.
Drei Wochen sind seitdem vergangen, und ich ertappe mich dabei, wie ich bei der Arbeit aus dem Fenster schaue und die Wolkenbildung beobachte. Cumulus-Wolken bedeuten Thermik, hat Thomas gesagt. Wenn ich die nächste sehe, weiß ich: Es ist Zeit für meinen zweiten Flug. Der Blomberg wartet schon auf mich.