Mein Tandemflug über die Kitzbüheler Alpen – ein Erfahrungsbericht aus Westendorf

Stefan aus Wien hat seinem Tandemflug über Westendorf erlebt. Paarflug war er Thema – lies selbst!

Tandemflug Westendorf - die Kitzbüheler Alpen

Mein Tandemflug über die Kitzbüheler Alpen – ein Erfahrungsbericht aus Westendorf

Eigentlich wollten meine Freundin Lisa und ich nur ein verlängertes Wochenende in Tirol verbringen. Wandern, gut essen, die Bergluft genießen – das übliche Programm eben. Am zweiten Tag unseres Aufenthalts in Westendorf saßen wir gerade beim Frühstück auf der Terrasse unserer Pension, als ich plötzlich einen bunten Gleitschirm über dem Brixental schweben sah. Der Pilot schien völlig schwerelos über die Berggipfel zu gleiten, während die Morgensonne die Kitzbüheler Alpen in goldenes Licht tauchte.
"Schau mal", sagte ich zu Lisa und deutete nach oben. "Das wäre doch was für uns!" Sie lachte nur und meinte, dass sie sich das niemals trauen würde. Aber der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Während Lisa noch ihren Kaffee trank, googelte ich bereits auf meinem Smartphone nach Tandemflügen in Westendorf. Nach ein paar Klicks landete ich auf tandem-paragliding.center und scrollte durch die verschiedenen Fluggebiete. Die Beschreibungen der Choralpe klangen perfekt – genau dort, wo wir den Gleitschirm gesehen hatten.
Was mich besonders überzeugte: Die Buchung war super einfach. Kein langes Hin und Her, keine komplizierten Formulare. Ich konnte direkt auf /fluggebiete/at/tirol/westendorf/choralpe-westendorf meinen Wunschtermin auswählen und buchen. Noch während Lisa sich eine zweite Semmel schmierte, hatte ich schon die Bestätigung für den nächsten Tag in meinem Postfach. Als ich ihr davon erzählte, wurde sie erst blass, dann neugierig. "Wenn du das machst, mache ich auch mit", sagte sie schließlich.
Am nächsten Morgen standen wir beide am Treffpunkt. Mein Pilot hieß Markus, ein ruhiger Typ Mitte vierzig, der schon seit über zwanzig Jahren fliegt. Lisa bekam Thomas zugeteilt, einen jüngeren Piloten, der sie mit seiner lockeren Art sofort beruhigte. Die erste Frage war natürlich nach unserem Gewicht – mit meinen 78 Kilo war ich deutlich unter der Maximalgrenze von 100 kg, Lisa mit ihren 62 Kilo sowieso.
Die Fahrt mit der Alpenrosenbahn hinauf zur Choralpe war schon ein Erlebnis für sich. Je höher wir kamen, desto spektakulärer wurde der Ausblick. Das gesamte Brixental lag unter uns, und in der Ferne konnte man die schneebedeckten Gipfel der Kitzbüheler Alpen erkennen. Markus erklärte mir währenddessen die Grundlagen: wie man beim Start mitläuft, wie man sich während des Flugs verhält, was bei der Landung wichtig ist. Seine ruhige Art nahm mir jede Nervosität.
Oben angekommen, legten wir die Gurte an. Das ging schneller als gedacht – Markus hatte jeden Handgriff tausendmal geübt. Der Schirm lag ausgebreitet hinter uns im Gras, die bunten Farben leuchteten in der Sonne. "Bereit?", fragte er. Ich nickte, obwohl mein Herz bis zum Hals schlug. Lisa stand etwa zwanzig Meter entfernt mit Thomas und winkte mir zu. Wir würden nicht zusammen fliegen können, das war mir vorher schon klar gewesen – aber fast gleichzeitig zu starten, das ging.
"Und los!", rief Markus. Wir liefen ein paar Schritte den Hang hinunter, der Schirm füllte sich mit Luft und zog uns nach oben – und plötzlich trugen meine Füße nicht mehr. Ich war in der Luft! Der Boden fiel unter uns weg, die Bäume wurden kleiner, und dann schwebten wir über dem Tal. Die Stille war das Erste, was mich überraschte. Kein Motorengeräusch, nur das leise Rauschen des Windes und ab und zu das Knistern des Stoffes über uns.
Der Blick war atemberaubend. Unter uns zogen die grünen Almwiesen vorbei, durchzogen von kleinen Bächen, die in der Sonne glitzerten. In der Ferne erkannte ich den Wilden Kaiser, die Hohe Salve und natürlich die markanten Gipfel der Kitzbüheler Alpen. Westendorf sah aus dieser Höhe winzig aus, wie eine Spielzeugstadt. Markus zeigte mir verschiedene Berge und erzählte von den Thermikbedingungen, die heute besonders gut waren. Tatsächlich stiegen wir zwischendurch sogar noch höher, getragen von der warmen Luft.
Nach etwa fünfzehn Minuten sah ich Lisa mit ihrem Piloten etwa hundert Meter unter uns. Sie winkte wild und ich winkte zurück – ein seltsames Gefühl, sich in der Luft zu begegnen. Markus lachte und meinte, dass Paare oft versuchen würden, zusammen zu buchen, aber dass das aus Sicherheitsgründen nicht möglich sei. Jeder Pilot müsse sich voll auf seinen Passagier konzentrieren können.
Die Zeit verging wie im Flug – wortwörtlich. Nach etwa zwanzig Minuten kündigte Markus die Landung an. Der Landeplatz lag auf einer großen Wiese am Ortsrand von Westendorf. "Beine nach vorne strecken", instruierte er mich, während wir uns dem Boden näherten. Die Landung war sanfter als erwartet – ein paar schnelle Schritte, und schon standen wir wieder fest auf der Erde.
Das Grinsen ging mir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Gesicht. Lisa landete ein paar Minuten nach mir und war genauso begeistert. Beim Abendessen konnten wir von nichts anderem reden. Die Fotos, die die Piloten während des Flugs gemacht hatten, schauten wir uns bestimmt hundertmal an.
Was mich im Nachhinein am meisten beeindruckt hat: Wie einfach und unkompliziert alles war. Von der spontanen Buchung per Smartphone bis zur professionellen Durchführung – alles hat perfekt geklappt. Die Piloten waren absolute Profis, die genau wussten, wie sie mit Anfängern umgehen müssen. Und der Preis war für das Gebotene mehr als fair.
Würde ich es wieder machen? Sofort! Tatsächlich plane ich schon den nächsten Tirol-Urlaub, und diesmal werde ich gleich zwei Flüge buchen – einen morgens und einen bei Sonnenuntergang. Lisa ist auch wieder dabei, das steht schon fest. Und wer weiß, vielleicht wage ich mich dann sogar an einen längeren Thermikflug.
Wer mit dem Gedanken spielt, selbst einmal einen Tandemflug zu machen: Traut euch! Die Gegend um Westendorf mit den Kitzbüheler Alpen ist dafür perfekt geeignet. Die Aussicht ist grandios, die Bedingungen sind oft ideal, und mit den richtigen Piloten fühlt man sich von der ersten Minute an sicher. Es muss ja nicht gleich ein Kunstflug sein – ein normaler Genussflug reicht völlig aus, um dieses unbeschreibliche Gefühl der Freiheit zu erleben.
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