Öko-Tandemflug am Brauneck: Leises Fliegen mit Lisa
Öko-Tandemflug am Brauneck: Lisa (34) erlebt Paragliding ohne Motor. Authentischer Erfahrungsbericht über leises Gleitschirmfliegen in Bayern. Jetzt buchen!

Öko-Tandemflug am Brauneck: Lisa erlebt leises Fliegen
Ich heiße Lisa, bin 34 und lebe in Zürich. Eigentlich war ich für ein langes Wochenende nach Lenggries gefahren, um einfach mal raus aus dem Büroalltag zu kommen. Ein paar Wanderungen, gutes Essen, die Isar rauschen hören – mehr hatte ich nicht geplant. Dass ich am Ende mit einem Gleitschirm über den bayerischen Voralpen schweben würde, war so wenig vorgesehen wie der Sonnenbrand auf meiner Nase.
Wie ein bunter Punkt am Himmel zu meinem Öko-Tandemflug wurde
Es war Samstagmittag, ich saß auf einer Bank an der Isar, hatte gerade ein Käsebrot ausgepackt und schaute aus reiner Faulheit in den Himmel. Da war er: ein kleiner, knallroter Punkt, der langsam über den Bergrücken zog. Erst dachte ich an einen Drachen, dann sah ich, dass darunter zwei Beine baumelten. Zwei Menschen. Lautlos. Kein Motorengeräusch, nichts. Nur dieser Schirm, der scheinbar mühelos über Lenggries kreiste.
Ich blieb sitzen, biss in mein Brot, schaute weiter. Und dann, irgendwann, holte ich mein Smartphone raus. „Tandem Paragliding Brauneck" tippte ich rein, halb noch im Kauen. Die ersten Treffer führten mich auf eine Seite, die mir auf Anhieb sympathisch war – schlicht, ehrlich, ohne diesen üblichen Adrenalin-Quatsch. Was mich aber wirklich gepackt hat, war ein kleiner Absatz über das Öko-Thema: dass Paragliding eigentlich eine der saubersten Arten ist, sich fortzubewegen. Kein Motor, kein Treibstoff, nur Thermik und Wind. Ich, die zuhause aus Prinzip kein Auto besitzt und sich oft schlecht fühlt, wenn sie doch mal fliegt, fand das tatsächlich überzeugend.
Ich habe den Flug auf /fluggebiete/de/bayern/lenggries/brauneck-ueber-lenggries gebucht, noch auf der Bank, mit fettigen Fingern. Termin: nächster Morgen, 9 Uhr. Kurz dachte ich noch: „Lisa, du wiegst zum Glück deutlich unter den 100 Kilo Maximalgewicht, also kein Problem." Dann packte ich mein Brot ein und ging zurück zur Pension, leicht aufgeregt, leicht ungläubig.
Der Morgen vor dem Tandemflug am Brauneck
Am nächsten Morgen war es kühl, die Luft roch nach Tannen und feuchtem Gras. Ich fuhr mit der Brauneckbahn hoch – das [Brauneck](https://tandem-paragliding.center/fluggebiete/de/bayern/lenggries/brauneck-ueber-lenggries) ist ja der Hausberg von Lenggries und sowieso eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region, im Winter zum Skifahren, im Sommer zum Wandern. Oben angekommen, sah ich schon die Schirme ausgebreitet auf der Wiese liegen, bunte Stoffbahnen, die im leichten Wind atmeten.
Mein Pilot – Markus hieß er – kam mir entgegen, ruhig, mit einem trockenen bayerischen Humor. Er erklärte mir alles in Ruhe: das Gurtzeug, wie ich beim Start einfach loslaufen soll, was passiert, wenn der Schirm steht. Er fragte, ob ich nervös sei. Ich sagte: „Eigentlich nicht. Bis vor zehn Sekunden nicht." Er lachte.
Was mir gefiel: Er sprach auch über das Wetter, die Thermik, warum wir gerade jetzt starten – weil die Luft genau die richtige Bewegung hatte. Kein Plan B mit Motor, kein „wir helfen mit Technik nach". Wenn die Bedingungen nicht stimmen, fliegt man eben nicht. Das ist es, was Öko in dem Sport bedeutet, sagte er. Geduld haben mit der Natur, statt sie zu zwingen.
Was mir während des Flugs über Lenggries blieb
Der Start ging schneller, als ich denken konnte. Drei, vier Schritte, dann zog mich etwas nach oben, meine Füße liefen noch in der Luft, und plötzlich saß ich. Einfach so. Lenggries wurde kleiner, die Isar zog sich als hellgrünes Band durch das Tal, und ich hörte – nichts. Wirklich nichts. Nur den Wind an den Leinen und manchmal Markus, der ruhig erklärte, was wir sahen.
Wir kreisten über einer Wiese, und ich spürte, wie der Schirm sich hob, fast wie ein Aufzug. „Das ist die Thermik", sagte Markus. „Warme Luft, die aufsteigt. Das einzige, was uns hier oben hält." Ich versuchte mir vorzustellen, wie unsichtbare Säulen aus warmer Luft uns trugen. Es fühlte sich tatsächlich anders an als das, was ich vom Linienflug kenne. Kein Vibrieren, kein Dröhnen. Nur dieses leise Schwingen.
Die bayerischen Voralpen lagen unter mir wie ein zerknittertes grünes Tuch. Ich konnte einzelne Bauernhöfe erkennen, eine Kuhherde, jemand, der auf einem Traktor ein Feld umpflügte. Ich musste an Zürich denken, an meinen Schreibtisch, an die ewigen Mails – und es kam mir plötzlich sehr weit weg vor. Nicht auf dramatische Weise, einfach weit weg.
Markus fragte irgendwann, ob ich eine kleine Kurve fliegen möchte. Ich nickte, er zog leicht an einer Bremse, und wir drehten uns langsam in den Aufwind hinein. Mein Magen meldete sich kurz, aber nicht unangenehm – eher so, wie wenn man auf einer Schaukel den höchsten Punkt erreicht.
Die Landung und was danach kam
Die Landung war erstaunlich unspektakulär. Markus sagte „Beine raus", ich streckte sie nach vorn, wir berührten den Boden, ich lief zwei Schritte, und das war es. Der Schirm fiel langsam hinter uns ins Gras, als wäre er müde geworden.
Ich stand einen Moment einfach da. Atmete. Dachte an den roten Punkt vom Vortag, den ich vom Isarufer aus gesehen hatte. Jetzt war ich dieser Punkt gewesen. Jemand anderes hatte vielleicht hochgeschaut und sich gewundert.
Was mir am meisten geblieben ist, ist nicht die Aussicht, so schön sie war. Es ist die Stille. Diese Erkenntnis, dass man hundert Meter über dem Boden schweben kann, ohne irgendwas zu verbrennen, ohne irgendwo Lärm zu hinterlassen. Für mich, die sonst beim Reisen oft das schlechte Gewissen mitfliegt, war das tatsächlich neu.
Am Abend saß ich wieder an der Isar, mit einem Brot. Schaute hoch. Und ja, ich suchte den Himmel nach roten Punkten ab.