Tandemfliegen Finkenberg für die Familie: Mein Erlebnis als Mutter
Tandemfliegen Finkenberg: Sabine (52) fliegt mit der Familie im Kopf über das Zillertal. Ehrlicher Erfahrungsbericht über Paragliding in Finkenberg, Österreich – jetzt buchen.

Familie im Kopf: Mein Tandemflug über Finkenberg
Ich heiße Sabine, bin 52 und lebe in Wien. Eigentlich war dieser Urlaub im Zillertal als ruhige Auszeit gedacht – ein paar Tage für mich allein, weg vom Telefon, weg von den Erwartungen anderer. Meine Mutter ist letztes Jahr gestorben, mein Sohn studiert in Graz, und plötzlich war da diese Stille, die ich erst lernen musste auszuhalten. Ich wollte raus, wandern, lesen, nachdenken. Dass ich am Ende in der Luft hängen würde, hatte ich nicht geplant.
Es war der dritte Tag, ein Dienstag, ich saß auf der Terrasse meiner Pension in Finkenberg und trank Kaffee. Dann sah ich ihn: einen bunten Gleitschirm, der lautlos am Penken vorbeizog. Dann noch einen. Und noch einen. Ich konnte den Blick nicht abwenden. Diese ruhigen Kreise, die langsam tiefer wurden – etwas an dieser Bewegung hat mich richtig festgehalten. Ich habe mein Handy genommen, "Tandemflug Finkenberg" gegoogelt und bin auf die Seite gestoßen. Zehn Minuten später hatte ich den Flug auf [/fluggebiete/at/tirol/finkenberg/finkenberg-im-zillertal](https://tandem-paragliding.center/fluggebiete/at/tirol/finkenberg/finkenberg-im-zillertal) gebucht, für den nächsten Vormittag. Ich habe es niemandem erzählt. Nicht meinem Sohn, nicht meiner Schwester. Das wäre sonst eine Diskussion geworden, die ich nicht führen wollte.
Der Morgen vor dem Tandemflug und die Sache mit der Familie
Ich habe in der Nacht schlecht geschlafen. Nicht aus Angst – eher, weil ich mich selbst nicht wiedererkannte. Sabine, die im Büro Excel-Tabellen pflegt und am Wochenende den Garten macht, fliegt am Mittwoch mit einem fremden Mann an einem Stofftuch von einem Berg. Beim Frühstück habe ich kurz überlegt, abzusagen. Dann habe ich daran gedacht, was meine Mutter immer gesagt hat: "Wenn du wartest, bis du bereit bist, fängst du nie an." Sie war neunundachtzig, als sie das zum letzten Mal zu mir sagte.
An der Talstation habe ich mich gemeldet, gewogen wurde ich auch – das Maximalgewicht liegt bei 100 Kilo, das war für mich kein Thema, aber ich fand es gut, dass das ernst genommen wird. Mein Pilot hieß Markus, ein ruhiger Tiroler mit Sonnenbrille und sehr klaren Anweisungen. Er hat mir alles dreimal erklärt, ohne dabei einmal zu seufzen. Ich glaube, er hat gemerkt, dass ich nervös war, aber nicht panisch. Wir sind mit der Gondel hoch zum Startplatz [beim Finkenberg in Tirol](https://tandem-paragliding.center/fluggebiete/at/tirol/finkenberg/finkenberg-im-zillertal), und während wir hinaufschwebten, hat er mich gefragt, warum ich das mache. Ich habe gesagt: "Weil ich seit einem Jahr nichts mehr gemacht habe, was mich überrascht."
Oben war es kühler, als ich gedacht hatte. Der Wind ging stetig den Hang hinauf, das Tal lag unter uns wie eine grüne Schale. Markus hat den Schirm ausgelegt, mich angeschnallt, noch einmal alles geprüft. Dann sagte er: "Laufen, nicht denken." Ich bin gelaufen. Drei, vier Schritte, dann hat der Boden mich losgelassen.
Als der Flug begann und ich an meine ganze Familie dachte
Es war nicht das Aufregende, das mich umgehauen hat. Es war das Gegenteil. Diese plötzliche Ruhe, sobald wir in der Luft waren. Kein Ruckeln, kein Fallen, einfach ein langsames Schweben. Markus hat den ersten Kreis geflogen, dann den zweiten, wir sind sogar gestiegen, weil er eine Thermik gefunden hatte. Unter mir das Zillertal, dieses lange, weite Tal mit den Dörfern wie kleinen Punkten, die Zillertaler Alpen im Hintergrund noch mit Schneeresten, und der Penken mit seinen Wanderwegen, die ich am Tag zuvor noch zu Fuß gegangen war.
Und dann – ich kann nicht genau erklären, warum gerade in diesem Moment – musste ich an meine ganze Familie denken. An meine Mutter, die nie geflogen ist, an meinen Vater, der Pilot werden wollte und es nie geschafft hat, an meinen Sohn, der mir letzte Woche erzählt hat, dass er in den Sommerferien nach Südamerika will. Ich habe da oben geweint, ganz leise, Markus hat es nicht gemerkt, oder er hat so getan, als ob nicht. Es war kein trauriges Weinen. Es war eher, als ob ich verstanden hätte, dass ich nicht allein bin, nur weil gerade niemand neben mir steht. Familie ist nicht immer ein Wer. Manchmal ist es ein Gefühl, das man mitnimmt.
Wir sind etwa zwanzig Minuten geflogen. Markus hat mir das Tal gezeigt, hat mir erklärt, wo Mayrhofen liegt, wo der Hintertuxer Gletscher anfängt. Er hat mich auch fragen lassen, ob ich einen kleinen Steilflug machen wollte. Ich habe ja gesagt, und für ein paar Sekunden hat es gekribbelt wie als Kind auf der Schaukel. Danach wieder ruhiges Gleiten.
Was vom Tandemflug bleibt – und was ich der Familie erzählt habe
Die Landung war sanfter, als ich erwartet hatte. Markus hat mir gesagt: "Beine vor, locker bleiben", und dann standen wir auf der Wiese, als wäre nichts passiert. Ich habe ihm die Hand gedrückt, länger als nötig, glaube ich.
Auf dem Rückweg zur Pension habe ich angefangen, meinem Sohn eine Sprachnachricht aufzunehmen. Drei Anläufe, dann habe ich es geschafft. Ich habe ihm erzählt, was ich gemacht habe, und dass ich ihn liebe, und dass er nach Südamerika fahren soll. Er hat zurückgerufen, sofort. Wir haben eine Stunde telefoniert. So lange haben wir seit Monaten nicht mehr geredet.
Wer das Zillertal besucht und überlegt, ob er sich das traut: Mir hat es etwas gegeben, das ich nicht gesucht hatte. Ich bin nicht abenteuerlustiger geworden. Ich glaube, ich bin einfach ein bisschen mehr ich selbst geworden, für eine halbe Stunde da oben über Finkenberg.