Tandemflug Achensee: Mein Familienausflug von oben
Tandemfliegen am Achensee: Markus erlebt einen unvergesslichen Familienausflug beim Gleitschirmfliegen. Echtes Paragliding-Abenteuer in Österreichs Bergwelt – jetzt lesen!

Tandemflug Achensee: Mein Familienausflug von oben
Eigentlich war ich nur zum Baden am Achensee. Ein freier Samstag im Juli, kein fester Plan, einfach raus aus München und irgendwo an klares Wasser. Ich hatte mir eine Wiese in der Nähe von Pertisau ausgesucht, Handtuch ins Gras, Rücken in die Sonne, und wollte den Tag einfach nur an mir vorbeiziehen lassen. Dass ich ein paar Stunden später über genau diesem See hängen würde, hätte ich beim Kaffee am Morgen niemals gedacht.
Angefangen hat alles mit einem bunten Punkt am Himmel. Ich lag da, blinzelte gegen die Sonne, und über dem Rofangebirge kreiste ein Gleitschirm. Ganz ruhig, in großen Bögen, so als hätte der jemand alle Zeit der Welt. Ich habe eine ganze Weile nur zugeschaut. Irgendwann habe ich mein Handy rausgeholt und einfach "Tandemflug Achensee" gegoogelt. So bin ich auf tandem-paragliding.center gestoßen. Die Seite war schnell zu verstehen, die Fotos zeigten genau diese Landschaft, die vor mir lag, und ein Termin am Nachmittag war noch frei. Ich habe direkt vom Handtuch aus per Smartphone gebucht. Keine große Überlegung, kein langes Hin und Her – einfach zugesagt, bevor der Kopf mir wieder reinreden konnte.
Wie aus einem Badetag ein Tandemflug wurde
Ein paar Stunden später stand ich am Treffpunkt, immer noch mit leicht sonnigem Rücken und einem Kribbeln im Bauch. Mein Pilot begrüßte mich locker, fragte nach meinem Gewicht – bis 100 Kilo geht das mit dem Tandem, das passte bei mir gut – und erklärte in ein paar Sätzen, was gleich passieren würde. Kein Fachchinesisch, keine Angstmacherei. Er sagte einfach, dass ich nach dem Anlauf ein paar Schritte gehen soll und der Rest von alleine kommt. Das beruhigte mich mehr als jede lange Sicherheitsrede.
Ich hatte Turnschuhe an, eine leichte Jacke bekam ich noch dazu, weil es oben trotz Sommer ein bisschen kühler und windiger sein würde. Der Startplatz lag über dem Tal, und der Blick von dort war schon vor dem Abheben ein Ding für sich. Unter mir der Achensee, tiefblau und riesig, dahinter die schroffen Wände des Karwendel, auf der anderen Seite das Rofan mit seinen Felskanten. Ich stand da, schaute runter und dachte kurz: Was mache ich hier eigentlich? Aber es war die gute Sorte Zweifel, die, bei der man trotzdem weitermacht.
Als der Boden unter mir wegfiel
Dann ging alles schnell. Der Pilot gab das Kommando, ich lief los, spürte den Zug am Gurt, noch ein Schritt, noch einer – und plötzlich war da kein Gras mehr unter meinen Schuhen. Der Boden kippte weg, ganz sanft, und wir hingen in der Luft. Ich hatte einen lauten Ruck erwartet, ein Rütteln, irgendwas. Stattdessen wurde es ruhig. Nur der Wind und das leise Knistern der Leinen über mir.
Wir stiegen erst mal in der warmen Sommerluft, die vom Hang hochkam. Mein Pilot erklärte mir, dass die aufsteigende Luft an sonnigen Nachmittagen wie diesem besonders gut trägt, und tatsächlich hatte ich das Gefühl, wir würden vom See regelrecht nach oben gedrückt. Ich saß entspannt im Gurt, die Beine baumelten frei, und irgendwann habe ich einfach zu grinsen angefangen und nicht mehr aufgehört.
Der Achensee sah von oben ganz anders aus als vom Handtuch. Man sieht die Segelboote als kleine weiße Striche, die Uferlinie, die Badebuchten, und dahinter türmen sich die Berge auf. Das Karwendel wirkte von hier oben noch mächtiger, so nah, dass ich glaubte, die einzelnen Felsrinnen zählen zu können. Wir drehten ein paar große Kreise über dem Rofan, und mein Pilot zeigte mir die Wanderwege, die sich von den Bergstationen den Hang hochzogen. Ich, der eigentlich nur baden wollte, schwebte auf einmal über der ganzen Region und sah sie zum ersten Mal als Ganzes.
Was mich am meisten überrascht hat: Es war überhaupt nicht beängstigend. Ich hatte mit einem Adrenalinschock gerechnet, mit Bauchkribbeln bis in die Zehen. Aber nach den ersten Minuten war da vor allem Ruhe. Man hängt da oben und die Zeit dehnt sich. Ich habe kaum geredet, nur geschaut. Der See, die Sommersonne auf dem Wasser, das satte Grün der Wiesen unter uns.
Was mir von diesem Flug am meisten geblieben ist
Die Landung war dann fast schon zu schnell da. Mein Pilot kündigte sie rechtzeitig an, ich sollte die Beine ausstrecken, und wir setzten weich im Gras auf. Ein paar Schritte auslaufen, dann stand ich wieder. Die Beine fühlten sich seltsam schwer an, als müsste ich mich erst wieder an den Boden gewöhnen.
Ich habe danach noch eine ganze Weile auf der Wiese gesessen und dem nächsten Schirm nachgeschaut, so wie ich es am Morgen getan hatte. Nur dass ich jetzt wusste, wie sich das da oben anfühlt. Verrückt, wie so ein spontaner Gedanke – dieses "warum eigentlich nicht" beim Zuschauen – aus einem gewöhnlichen Badetag am Achensee etwas ganz anderes macht. Ich war alleine unterwegs an diesem Tag, und trotzdem hatte ich das Gefühl, richtig etwas erlebt zu haben.
Wenn ich Familie und Freunden in München davon erzähle, sage ich immer, dass sich der Weg an den Achensee schon wegen der Landschaft lohnt – aber richtig verstanden hat man diese Berge erst, wenn man sie von oben gesehen hat. Das Karwendel, das Rofan, der See dazwischen. Von unten ist das eine schöne Kulisse. Von oben ist es dein eigener kleiner Ausschnitt Welt für eine halbe Stunde.
Falls Du auch mit dem Gedanken spielst und vielleicht gerade selbst am Ufer liegst und einem Schirm nachschaust: Mehr tolle Flugerlebnisse und Berichte von anderen Gästen findest Du auf der Flugerlebnisse-Seite von tandem-paragliding.center. Ich bin froh, dass ich damals nicht lange überlegt, sondern einfach vom Handtuch aus gebucht habe.