Tandemflug am Brauneck: Umwelt hautnah erleben
Erleben Sie beim Tandemfliegen Brauneck die Umwelt aus der Vogelperspektive. Marias authentischer Bericht über Paragliding Brauneck – jetzt buchen!

Tandemflug am Brauneck: Umwelt hautnah erleben
Ich heiße Maria, bin 58 Jahre alt und lebe seit fast vier Jahrzehnten in Berlin-Charlottenburg. Ich bin ehrlich gesagt kein Mensch, der ständig irgendwelche Mutproben braucht. Ich lese gern, wandere, koche für Freunde. Dass ich an einem sonnigen Septembernachmittag in Lenggries plötzlich mit einem wildfremden Piloten unter einem Gleitschirm hänge, hätte ich mir vor ein paar Wochen selbst nicht geglaubt.
Angefangen hat alles mit einer Reise, die ich mir seit Jahren versprochen hatte: eine Woche allein in Bayern, ohne Termine, ohne Verpflichtungen. Ich hatte mich für ein kleines Gästehaus am Ortsrand von Lenggries entschieden, mit Blick auf die Isar und die Voralpen. Nach zwei Tagen mit Kaffee auf dem Balkon und langen Spaziergängen an der Isar entlang saß ich auf einer Bank in der Nähe der Talstation, als mir etwas Buntes am Himmel auffiel. Ein Gleitschirm, ganz ruhig, drehte über dem Hang seine Kreise. Dann noch einer. Und noch einer.
Ich holte mein Smartphone raus, tippte "Tandemflug Brauneck" ein und landete nach zwei Klicks auf einer Seite, die einfach und klar aufgebaut war. Ich las die Beschreibung, schaute mir die Fotos an, und bevor ich es mir anders überlegen konnte, hatte ich den Flug auf [/fluggebiete/de/bayern/lenggries/brauneck-ueber-lenggries](https://tandem-paragliding.center/fluggebiete/de/bayern/lenggries/brauneck-ueber-lenggries) gebucht. Zahlung per Handy, Bestätigung per Mail, alles innerhalb von zehn Minuten. Ich saß danach noch eine Weile auf der Bank und lachte leise vor mich hin. So spontan war ich seit meinem 25. Lebensjahr nicht mehr gewesen.
Der Morgen vor dem Tandemflug
Am nächsten Morgen war ich früher wach als sonst. Ich stand am Fenster, sah den Nebel über der Isar liegen und fragte mich zum ersten Mal ernsthaft, ob ich das wirklich durchziehen wollte. Ich bin nicht gerade zierlich, war aber deutlich unter der Grenze von 100 kg, die auf der Buchungsseite genannt war. Trotzdem: dieses Kribbeln zwischen Neugier und Zweifel kannte ich lange nicht mehr.
An der Bergstation traf ich meinen Piloten, einen ruhigen Mann Mitte vierzig, der mich mit Handschlag begrüßte und mir erst mal eine Tasse Tee anbot. Er erklärte den Ablauf, zeigte mir den Gurt, ging mit mir Schritt für Schritt durch, was beim Start passieren würde. Ich mochte, dass er nichts beschönigte und nichts dramatisierte. Er sagte einfach: "Sie laufen mit mir mit, bis Ihre Füße nicht mehr den Boden berühren. Dann setzen Sie sich einfach hin."
Was mich vorher gar nicht so beschäftigt hatte, war das Thema Umwelt. Ich hatte irgendwo gelesen, dass Gleitschirmfliegen zu den leisesten Fortbewegungsarten in der Luft gehört, kein Motor, kein Kerosin, nichts. Als ich oben stand, den Wind im Gesicht, und sah, wie der Schirm hinter uns nur durch Aufwinde und Thermik getragen wurde, verstand ich das plötzlich anders. Nicht als Marketingsatz, sondern als Realität.
Als der Flug über Lenggries begann
Der Start ging schneller, als ich dachte. Drei, vier Schritte, ein Ziehen im Gurt, und dann waren meine Füße einfach weg. Kein Ruck, kein Fall, sondern dieses seltsame Aufwärtsgleiten, als ob mich jemand vorsichtig hochhebt. Ich hörte mich selbst kurz "Oh" sagen, mehr nicht.
Und dann wurde es still. Diese Stille hatte ich nicht erwartet. Ich hörte den Wind an den Leinen, ich hörte meinen Piloten hinter mir atmen, ich hörte irgendwo unten Kuhglocken. Sonst nichts. Kein Motorbrummen, kein Straßenlärm, keine Hintergrundmusik. Ich schaute nach unten und sah Lenggries wie eine Modelleisenbahnlandschaft, die Isar als silbernes Band, die Wiesen in verschiedenen Grüntönen, den Wald in Streifen. Der [Brauneck](https://tandem-paragliding.center/fluggebiete/de/bayern/lenggries/brauneck-ueber-lenggries) mit seinem markanten Gipfelkreuz lag jetzt auf Augenhöhe neben uns, und ich merkte, wie ich zum ersten Mal seit dem Start wieder normal atmete.
Mein Pilot zeigte mir die Almen, erklärte, wo die Thermikblasen aufsteigen, wo die Bergwacht ihre Hütte hat. Er erzählte auch von der Region, davon, wie wichtig der behutsame Umgang mit dem Gelände hier ist, dass sie feste Start- und Landeplätze nutzen, um Wildruhezonen nicht zu stören. Ich hörte zu und dachte: Das ist wirklich eine Art, sich fortzubewegen, die nichts kaputt macht. Ich hinterlasse nichts hier oben, keinen Abgas, keine Spur. Nur meine Erinnerung.
Wir kreisten etwa fünfzehn Minuten. Einmal bat ich ihn, langsam zu fliegen, weil ich einen Blick auf die Voralpen im Süden werfen wollte. Er drehte den Schirm sanft, und für einen Moment sah ich die Bergkette bis zum Karwendel hin, klar und scharf im Herbstlicht.
Was mir vom Flug in dieser Umwelt geblieben ist
Die Landung war unspektakulär, fast enttäuschend leicht. Ein paar Schritte auf der Wiese, und ich stand wieder. Mein Pilot löste den Gurt, klopfte mir auf die Schulter und sagte: "Willkommen zurück." Ich lachte und hatte gleichzeitig Tränen in den Augen, was mir vor mir selbst ein bisschen peinlich war.
Ich bin dann noch zu Fuß zurück Richtung Ort gegangen, an der Isar entlang, und habe versucht, das alles zu sortieren. Was mir geblieben ist, sind nicht die großen Bilder, obwohl die schön waren. Was mir geblieben ist, ist diese Stille da oben. Das Gefühl, in einer Landschaft unterwegs zu sein, ohne sie zu belasten. Und das leise Erstaunen darüber, dass ich mit 58 noch etwas machen kann, das ich für andere reserviert hatte.
Ich weiß jetzt schon: Nächstes Jahr komme ich wieder. Vielleicht im Frühsommer, wenn die Wiesen blühen. Und ich werde wieder allein reisen, wieder auf derselben Bank sitzen und wieder mein Smartphone zücken. Diesmal aber ohne Zögern.