Tandemflug am Jenner: Mein Paragliding-Urlaub in Bayern
Erlebnisbericht: Alexander (36) macht im Urlaub einen Tandemflug am Jenner. Paragliding über Berchtesgaden – authentisch und emotional. Jetzt buchen

Tandemflug am Jenner: Mein Urlaub bekam Flügel
Ich heiße Alexander, bin 36 und lebe in Salzburg. Eigentlich wollte ich nur ein paar Tage runterkommen. Kein großes Programm, kein Plan, einfach raus aus dem Stadttrubel und rüber nach Berchtesgaden. Dass aus diesen ruhigen Tagen am Königssee der vielleicht intensivste Moment des Jahres werden würde, hätte ich beim Packen nicht gedacht.
Wie der Tandemflug in meinen Urlaub kam
Es war der zweite Tag meines Aufenthalts. Ich saß auf einer Bank am Ufer des Königssees, hatte einen Kaffee in der Hand und schaute einfach nur. Der Watzmann stand riesig im Hintergrund, das Wasser war glatt wie Glas, und über mir zog ein Gleitschirm langsam seine Kreise. Ich habe diesen Punkt am Himmel minutenlang verfolgt. Der Pilot schien einfach in der Luft zu stehen, ganz ruhig, fast so, als hätte er die Zeit angehalten.
Ich habe mein Handy rausgeholt und "Gleitschirm Jenner Tandem" eingegeben. So bin ich auf die Seite von Tandem Paragliding Center gestoßen. Die Bilder waren ehrlich, nichts überzogen, und die Beschreibung las sich so, als wüsste da jemand wirklich, was er tut. Ich habe noch denselben Kaffee getrunken und direkt vom Smartphone aus den Flug auf [/fluggebiete/de/bayern/schoenau-am-koenigssee/berchtesgaden-vom-jenner](https://tandem-paragliding.center/fluggebiete/de/bayern/schoenau-am-koenigssee/berchtesgaden-vom-jenner) gebucht. Termin für den übernächsten Vormittag. Ich habe das Handy weggesteckt und mir gedacht: So, jetzt hast du im Urlaub mal etwas getan, worüber du dir keine Gedanken gemacht hast.
Kurz danach kam noch die Bestätigung per Mail. Treffpunkt unten an der Talstation der Jennerbahn, kurz vor neun. Ich solle festes Schuhwerk anziehen und etwas Warmes mitnehmen, oben sei es spürbar kühler. Mein Gewicht hatte ich angegeben, das passte locker in die Grenze von 100 Kilo, die auf der Seite klar genannt war. Auch das fand ich angenehm: keine Geheimnistuerei, einfach klare Ansagen.
Der Morgen, an dem aus Urlaub Flug wurde
Der Treffpunkt war pünktlich, mein Pilot ruhig und freundlich, und nach einer kurzen Begrüßung ging es mit der Jennerbahn nach oben. Schon die Fahrt mit der Gondel war für sich genommen schön. Berchtesgaden zog unter uns weg, der Königssee tauchte zwischen den Bergflanken auf, und je höher wir kamen, desto stiller wurde ich.
Oben angekommen, sind wir ein Stück zum Startplatz gelaufen. Mein Pilot hat in Ruhe den Schirm ausgelegt, die Leinen sortiert, mir alles erklärt, was ich wissen musste. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Er hat mir das Gurtzeug angepasst, gezeigt, wie ich loslaufe, was ich beim Start tun soll und vor allem, was ich nicht tun soll, nämlich stehen bleiben. Ich war ehrlich nervös. Nicht panisch, aber dieses Kribbeln war da, das man hat, wenn man weiß, dass die nächsten Minuten anders werden als alles vorher.
Dann ging es los. Ein paar Schritte den Hang hinunter, der Schirm zog uns nach oben, und plötzlich war der Boden weg. Es gab keinen Ruck, keinen Sturz, einfach nur ein Wegtreten unter den Füßen. Ich saß im Gurt, mein Pilot hinter mir, und vor uns lag der ganze Nationalpark Berchtesgaden, so wie ich ihn von keiner Aussichtsplattform je hätte sehen können.
Was mir vom Flug am Jenner blieb
Wir sind ein gutes Stück geflogen, mal ruhig dahingleitend, mal in einer langen Kurve, mit der mein Pilot eine Thermik mitgenommen hat. Der Königssee lag wie ein dunkelgrüner Streifen zwischen den Bergen, der Watzmann stand massiv zur Seite, und ich konnte tatsächlich bis nach St. Bartholomä hinunterschauen. Der Pilot hat mir die Punkte unten gezeigt, wo der Obersee anfängt, wo die Almen sind, wo die Steige hinaufführen. Er hat ruhig erzählt, nichts davon kam wie auswendig gelernt.
Ich habe das Sprechen irgendwann eingestellt. Es gab nichts zu sagen. Das Geräusch des Windes war leiser, als ich gedacht hatte, und immer wieder hörte ich nur ein leises Knarren der Leinen. Sonst nichts. Kein Auto, keine Bahn, keine Stimmen. Ich habe gemerkt, wie ich tiefer geatmet habe, als ich es seit Wochen getan hatte.
Die Landung kam dann fast zu früh. Mein Pilot hat den Schirm in ein paar weiten Bögen tiefer gebracht, mir kurz vorher Bescheid gegeben, wie ich die Beine ausstrecken soll, und wir sind sauber auf den Füßen aufgesetzt. Kein Stolpern, kein Hinplumpsen. Einfach hingestellt.
Ich bin noch eine Weile auf der Wiese gestanden und habe nach oben geschaut. Dieser Punkt am Himmel, den ich zwei Tage vorher vom Königssee aus beobachtet hatte, das war jetzt eine Erinnerung von innen. Ich bin am selben Nachmittag noch einmal an den See zurückgefahren, habe mich auf dieselbe Bank gesetzt und einen Kaffee getrunken. Und ich habe oben wieder einen Schirm gesehen, der seine Kreise zog. Diesmal habe ich gewusst, wie es sich darin anfühlt.
Wenn jemand fragt, was ich aus diesem Urlaub mitgenommen habe, dann nicht die Bilder vom Königssee, nicht die Brotzeit auf einer Alm, nicht die Bahnfahrt hoch auf den Berg. Sondern diese eine halbe Stunde Stille über Berchtesgaden. Und das Gefühl, dass es manchmal genau diese spontanen Entscheidungen sind, die einem klar machen, warum man überhaupt verreist.