Tandemflug am Zwölferhorn: Wie mich der Aufwind trug

Erleben Sie einen authentischen Tandemflug am Zwölferhorn: Hansjörg (55) spürt den Aufwind über dem Wolfgangsee. Paragliding-Erfahrungsbericht aus Österreich – jetzt lesen.

Tandemflug Zwölferhorn - der Wolfgangsee

Tandemflug am Zwölferhorn: Wie mich der Aufwind trug

Ich hätte nicht gedacht, dass ein einziger Blick nach oben meinen Sommer so verändern würde. Es war Mitte Juli, ich saß mit einem Kaffee an der Uferpromenade in St. Gilgen, ganz allein, einfach nur, um mal aus München rauszukommen. Der Wolfgangsee lag glasklar vor mir, dahinter der Schafberg, und über allem dieser wolkenlose Sommerhimmel. Und dann sah ich ihn: einen bunten Gleitschirm, der lautlos über dem Zwölferhorn kreiste, immer höher, als würde ihn eine unsichtbare Hand nach oben ziehen.

Wie ein Aufwind am Himmel meinen Tandemflug in Gang setzte

Ich bin 55, kein Draufgänger, eher der Typ, der zweimal überlegt, bevor er etwas Neues wagt. Aber dieser Anblick ließ mich nicht mehr los. Ich zückte mein Smartphone, tippte irgendwas wie "Tandemflug Zwölferhorn" ein und landete auf tandem-paragliding.center. Die Seite las sich ehrlich, keine überzogenen Versprechen, und bevor ich lange nachdenken konnte, hatte ich mit ein paar Klicks direkt vom Handybildschirm aus einen Termin für den nächsten Vormittag gebucht. So schnell, dass ich es selbst kaum glauben konnte. Kein langes Planen, kein Absprechen mit irgendjemandem – ich war ja allein unterwegs, und genau das machte die Sache irgendwie leichter.
Die Nacht davor schlief ich schlecht. Nicht aus Angst, eher aus dieser kribbeligen Vorfreude, die man als Erwachsener viel zu selten spürt. Am Morgen packte ich feste Wanderschuhe, eine leichte Jacke für oben – man hatte mir gesagt, dass es in der Höhe auch im Sommer etwas frischer werden kann – und fuhr mit der Bergbahn hinauf aufs Zwölferhorn.
Oben empfing mich mein Pilot, ruhig, freundlich, mit dieser Selbstverständlichkeit von jemandem, der das tausendfach gemacht hat. Er wog kurz mein Gepäck und mich – die Grenze liegt bei 100 Kilo für Tandempassagiere, und ich passte gut darunter. Dann erklärte er mir alles: die Gurte, die Position, das Wichtigste beim Start. "Du läufst einfach los, wenn ich es sage, und hörst nicht auf, bis wir in der Luft sind." Klang simpel. War es dann auch, irgendwie.

Der Moment, als der Aufwind den Flug übernahm

Der Start ging schneller, als ich dachte. Ein paar Schritte den grünen Hang hinunter, der Schirm baute sich über uns auf, und dann – der Boden war einfach weg. Kein Ruck, kein Fallen, sondern dieses seltsame Gefühl, dass die Wiese unter mir zurückblieb, während ich schwebte. Ich hörte mich selbst lachen, laut und überrascht.
Und dann kam er, der Aufwind, von dem mir mein Pilot vorher erzählt hatte. An den sonnenbeschienenen Hängen des Zwölferhorns steigt im Sommer die warme Luft nach oben, und genau in so einen unsichtbaren Fahrstuhl glitten wir hinein. Ich spürte, wie es uns sanft anhob, wie der Schirm den Aufwind einfing und wir Meter um Meter höher stiegen, ohne dass irgendein Motor arbeitete. Genau das, was ich am Vortag vom Ufer aus gesehen hatte, erlebte ich jetzt selbst – dieses lautlose Nach-oben-Getragenwerden.
Unter mir breitete sich der Wolfgangsee aus, tiefblau, mit diesen kleinen weißen Punkten der Ausflugsboote. Der Schafberg stand mächtig gegenüber, seine Flanken im Vormittagslicht scharf gezeichnet. Ich konnte St. Wolfgang erkennen, die kleinen Ortschaften am Ufer, und weit dahinter die verschwommenen Linien des Salzkammerguts. Es war so still da oben, dass ich den Wind an den Leinen zupfen hörte und mein eigenes Atmen.
Mein Pilot merkte, dass ich einfach nur schauen wollte, und flog ruhig, ohne wilde Manöver. Wir kreisten im Aufwind, drehten langsame Runden, und ich hatte alle Zeit der Welt, jeden Winkel dieser Landschaft aufzunehmen. Ich, der sich sonst über jede Kleinigkeit den Kopf zerbricht, dachte da oben an – nichts. Wirklich nichts. Nur schauen, atmen, dabei sein.

Was mir vom Tandemflug über dem Wolfgangsee geblieben ist

Irgendwann drehten wir Richtung Landewiese ab. Der See kam näher, die Häuser wurden größer, und ich merkte, wie mir dieses Schweben schon jetzt fehlte, obwohl ich noch mittendrin war. Mein Pilot kündigte die Landung an, sagte mir, ich solle die Beine ausstrecken, und dann setzten wir sanft im Gras auf, ein paar leichte Laufschritte, und ich stand wieder auf festem Boden.
Ich brauchte einen Moment. Die Gurte waren noch nicht gelöst, da grinste ich schon wie ein Kind. Was mir bleibt, ist nicht der Nervenkitzel – den hatte ich mir vorher viel größer vorgestellt. Was bleibt, ist diese Ruhe. Dieses Gefühl, vom Aufwind getragen zu werden, ohne selbst etwas tun zu müssen, nur vertrauen. Als 55-Jähriger, der glaubte, die großen Überraschungen lägen hinter ihm, habe ich über dem Zwölferhorn etwas gefunden, das ich so nicht erwartet hatte.
Am Nachmittag saß ich wieder in St. Gilgen am Wolfgangsee, mit einem Kaffee, und schaute nach oben. Wieder kreiste dort ein Gleitschirm. Diesmal wusste ich genau, wie es sich da oben anfühlt – das leise Steigen, den Blick über den ganzen See bis zum Schafberg, die vollkommene Stille. Und ich musste schmunzeln, weil irgendwo da oben vielleicht gerade jemand saß, der genau wie ich am Tag zuvor das erste Mal spürte, wie der Aufwind einen einfach mitnimmt.
Wenn Du selbst überlegst, so etwas zu wagen: Trau Dich. Man muss kein junger Wilder sein, kein Sportler, keine Erfahrung mitbringen. Man muss nur bereit sein, für ein paar Minuten loszulassen und sich tragen zu lassen.
Mehr tolle Flugerlebnisse findest Du auf der Flugerlebnisse-Seite von tandem-paragliding.center. Schau einfach mal rein – vielleicht sitzt Du bald selbst am Start des Zwölferhorns und blickst über den Wolfgangsee.
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