Tandemflug Engelberg: Mein Geburtstag über den Wolken
Tandemflug Engelberg zum Geburtstag: Sabine (51) erlebt Paragliding über den Schweizer Alpen. Authentischer Erfahrungsbericht über Gleitschirmfliegen in Engelberg – jetzt lesen!

Tandemflug Engelberg: Mein Geburtstag über den Wolken
Ich hatte mir für meinen 51. Geburtstag eigentlich gar nichts vorgenommen. Kein großes Fest, keine Reservierung im Restaurant. Stattdessen bin ich aus München einfach losgefahren, Richtung Zentralschweiz, weil ich raus wollte aus dem Alltag. Dass mein Geburtstag am Ende so anders werden würde, als ich dachte, lag an einem einzigen Moment auf einer Wiese in Engelberg.
Ich saß dort mit einem Kaffee, schaute in den strahlend blauen Augusthimmel, und plötzlich zog ein Gleitschirm über mir seine Kurven. So leicht, so ruhig, so selbstverständlich. Ich habe minutenlang einfach hochgeschaut und gedacht: Das will ich auch. An meinem Geburtstag. Jetzt.
Wie aus einem Impuls ein Tandemflug wurde
Ich habe mein Smartphone rausgeholt und getippt: Tandemflug Engelberg. Ein paar Sekunden später war ich auf tandem-paragliding.center gelandet. Ich muss ehrlich sagen, ich bin normalerweise niemand, der spontan Dinge bucht. Ich vergleiche, ich überlege, ich schlafe eine Nacht drüber. Aber an diesem Morgen war das anders. Vielleicht lag es am Geburtstag, vielleicht an diesem Gleitschirm, der immer noch über dem Tal kreiste.
Die Buchung ging direkt vom Handy aus, in wenigen Minuten. Ich habe kurz gestockt, als ich das Maximalgewicht von 100 Kilogramm gelesen habe, aber das war für mich kein Thema. Ich habe meinen Namen eingegeben, einen Termin für den Nachmittag gewählt, und dann saß ich da, mit klopfendem Herzen, und wusste: Heute fliege ich. Ganz allein. Ich habe niemandem Bescheid gesagt, ich wollte das für mich haben.
Der Ort selbst ist übrigens ein Traum. Engelberg liegt eingebettet zwischen grünen Hängen, im Hintergrund thront der Titlis mit seinen Schneeresten, die selbst im Hochsommer oben liegen bleiben. Wer noch nie in der Zentralschweiz war: Engelberg ist so ein Ort, an dem man das Gefühl hat, die Berge stehen zum Greifen nah. Und ich sollte gleich mitten hineinfliegen.
Der Start und der Moment, als Engelberg unter mir lag
Am Nachmittag traf ich meinen Tandempiloten. Ruhig, freundlich, mit einer Gelassenheit, die sofort ansteckend war. Er erklärte mir alles in aller Ruhe: den Gurt, die Haltung beim Start, dass ich einfach loslaufen soll, wenn er es sagt, und nicht stehen bleiben, egal was passiert. Ich nickte und war gleichzeitig aufgeregt und seltsam ruhig.
Wir standen oben am Hang, das Sommergras kitzelte an meinen Waden, ich trug meine leichte Jacke, mehr brauchte es an diesem warmen Augusttag nicht. Der Schirm füllte sich hinter uns mit Luft, es zog kurz, und dann sagte er: Laufen. Ich lief. Drei, vier Schritte, und dann trugen mich die Füße plötzlich ins Nichts. Der Boden war weg. Einfach weg.
Ich hatte gedacht, ich würde erschrecken. Aber stattdessen kam dieses unglaubliche Gefühl von Leichtigkeit. Wir stiegen, das Gras wurde kleiner, die Dächer von Engelberg schoben sich unter uns zusammen wie ein Modell. Ich sah den Titlis von einer Seite, die man vom Boden aus so nie sieht. Weiter hinten glitzerte irgendwo die Ahnung des Vierwaldstättersees in der Nachmittagssonne, und die Hänge der Zentralschweiz zogen sich in sanften Wellen bis zum Horizont.
Es war so still da oben. Nur der Wind, ein leises Zischen im Schirm, und ab und zu die ruhige Stimme meines Piloten, der mir zeigte, wohin ich schauen sollte. Ich habe an nichts gedacht. Nicht an mein Alter, nicht an München, nicht an die Dinge, die zu Hause auf mich warteten. Nur an diesen Moment.
Was von meinem Geburtstag über Engelberg blieb
Wir kreisten eine Weile, ließen uns von der warmen Sommerluft tragen, die vom Tal aufstieg. Mein Pilot fragte, ob ich ein paar engere Kurven möchte. Ich sagte ja, weil ich an diesem Tag zu allem ja sagen wollte. Es kribbelte im Bauch, ich lachte laut heraus, und dieses Lachen kam von ganz tief innen. Ich glaube, ich habe mich das letzte Mal so frei gefühlt, als ich ein Kind war.
Die Landung kam schneller, als mir lieb war. Wir schwebten über eine grüne Wiese am Talboden, der Pilot sagte mir, ich solle die Beine ausstrecken, und dann setzten wir sanft auf, ein paar laufende Schritte, und ich stand wieder auf festem Boden. Meine Knie waren ein bisschen weich, aber ich grinste wie verrückt.
Ich bin dann noch lange auf der Wiese gesessen und habe hochgeschaut, dorthin, wo ich eben noch gewesen war. Ein anderer Gleitschirm zog gerade seine Kreise, genau wie am Morgen. Und ich dachte: Das war ich. Vor ein paar Stunden habe ich noch von unten hochgeschaut, und jetzt weiß ich, wie es da oben ist.
Für mich war das der schönste Geburtstag seit Jahren. Kein Fest, keine große Runde, nur ich, der Himmel über Engelberg und dieses Gefühl, dass man mit 51 noch längst nicht zu alt ist, um etwas ganz Neues zu wagen. Wenn ich einem Menschen zum Geburtstag etwas wünschen könnte, dann genau diesen Moment, in dem der Boden wegkippt und man merkt, dass man fliegen kann.
Wer selbst mit dem Gedanken spielt, sich so etwas zu schenken: Mehr tolle Flugerlebnisse und Berichte von anderen Gästen findest Du auf der Flugerlebnisse-Seite von tandem-paragliding.center. Vielleicht schaust auch Du irgendwann einmal von oben auf Engelberg und den Titlis hinunter. Ich kann es nur empfehlen.