Tandemflug Hochries: Mein Gewicht? Kein Problem bei 94 kg
Erfahrungsbericht Tandemflug Hochries, Bayern: Florian (94 kg) zeigt, dass Gewicht beim Paragliding kein Hindernis ist. Authentischer Einblick in den Gleitschirmflug über Chiemsee – jetzt buchen!

Tandemflug Hochries: Mein Gewicht war kein Problem
Die Smartphone-Buchung und mein Gewicht beim Tandemflug
Eigentlich wollte ich nur am Chiemsee entspannen. Doch dann sah ich ihn – einen bunten Gleitschirm, der sanft über der Hochries schwebte. Mein Handy war schnell gezückt, "Paragliding Hochries" getippt, und schon landete ich auf der Seite. Mein erster Gedanke: Kann ich mit meinen 94 Kilo überhaupt mitfliegen?
Die Antwort fand ich direkt auf der Website – bis 100 kg kein Problem. Erleichtert buchte ich meinen Flug auf /fluggebiete/de/bayern/grainbach/hochries noch vom Seeufer aus. Zwei Tage später stand ich oben auf 1.569 Metern, mit weichen Knien und einem breiten Grinsen.
Berlin lag gefühlt in einer anderen Welt. Hier oben wehte ein frischer Wind, der Chiemsee glitzerte wie ein riesiger Spiegel, und die Kampenwand ragte majestätisch in den Himmel. Mein Pilot Stefan checkte routiniert die Ausrüstung. "94 Kilo? Perfekt, da haben wir noch Luft nach oben", meinte er schmunzelnd, während er mir ins Gurtzeug half.
Der Start – wenn das Gewicht plötzlich keine Rolle mehr spielt
"Drei Schritte, dann laufen wir zusammen los", erklärte Stefan. Ich dachte noch kurz daran, wie schwerfällig ich mich manchmal beim Treppensteigen fühle. Aber hier? Der Schirm füllte sich mit Luft, zog uns sanft nach oben, und plötzlich trugen meine Füße kein Gewicht mehr.
Der Moment, als der Boden unter mir wegkippte, war surreal. Keine ruckartigen Bewegungen, kein Fallen – nur ein sanftes Abheben. Meine 94 Kilo schienen sich in Luft aufzulösen. Stefan lenkte uns in eine Thermik, und wir stiegen höher und höher. Das Kaisergebirge lag vor uns wie eine Postkarte, nur viel beeindruckender.
"Siehst du die Herreninsel da unten?", rief Stefan gegen den Wind. Tatsächlich konnte ich Schloss Herrenchiemsee erkennen, winzig klein zwischen den grünen Ufern. Die Fraueninsel daneben wirkte wie ein Punkt im glitzernden Wasser. Ich hatte den Chiemsee schon oft vom Ufer aus bewundert, aber diese Perspektive war etwas völlig anderes.
Nach dem Flug – Gewicht ist wirklich nur eine Zahl
Die Landung kam viel zu schnell. Stefan steuerte uns präzise auf eine Wiese zu, und meine Füße berührten sanft den Boden. Erst jetzt spürte ich wieder mein volles Körpergewicht – und es fühlte sich seltsam schwer an nach der Leichtigkeit dort oben.
Während Stefan den Schirm zusammenpackte, saß ich noch eine Weile im Gras. Die Hochries thronte über mir, und ich konnte kaum glauben, dass ich gerade von dort oben geflogen war. In Berlin erzähle ich oft von diesem Tag. Von dem Moment, als ich den Gleitschirm sah und spontan buchte. Davon, wie ich mir Sorgen machte, ob mein Gewicht ein Problem sein könnte. Und vor allem davon, wie bedeutungslos diese Sorgen wurden, als ich schwebte.
Stefan hatte mir erklärt, dass das Gewicht beim Paragliding sogar Vorteile haben kann – mehr Stabilität bei Wind, besseres Gleiten. Ob das stimmt? Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich mich dort oben freier gefühlt habe als je zuvor. Die 94 Kilo, die mich manchmal im Alltag beschäftigen, waren plötzlich nur noch eine technische Angabe auf einem Buchungsformular.
Wenn ich heute an den Flug denke, sehe ich immer noch den Chiemsee unter mir funkeln. Ich spüre den Wind im Gesicht und diese unglaubliche Stille, die nur vom Rauschen des Schirms unterbrochen wurde. Und ich weiß: Das Gewicht mag eine Rolle spielen bei der Buchung – aber dort oben zählt nur der Moment.