Tandemflug Fulpmes im Herbst: Was Familie am Berg bedeutet

Tandemflug Fulpmes im Herbst: Michael (34) aus Hamburg erlebt beim Paragliding im Stubaital, wie sich ein Team wie Familie anfühlt. Jetzt Erfahrung lesen.

Tandemflug Fulpmes - das Stubaital

Tandemflug in Fulpmes: Michael spürt Familie im Team

Ich bin Michael, 34, komme aus Hamburg und hatte bis vor Kurzem nie darüber nachgedacht, mich an einen Gleitschirm zu hängen. Hamburg ist flach, meine höchste Erhebung ist normalerweise die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie. Dass ich Mitte Oktober über dem Stubaital durch die Luft gleite, hätte ich nicht gedacht. Dass mich ausgerechnet das Wort „Familie" dabei begleiten würde, erst recht nicht.

Wie der Tandemflug in Fulpmes zustande kam

Ich war für ein paar Herbsttage nach Tirol gefahren, allein, um den Kopf freizubekommen. Von Innsbruck aus ging es ins Stubaital, und in Fulpmes bezog ich mein Zimmer. Am zweiten Morgen saß ich mit einem Kaffee draußen. Die Luft war kühl und klar, die Wiesen hatten noch einen Hauch von Reif, und die Lärchen an den Hängen leuchteten gelb. Da sah ich ihn: einen bunten Gleitschirm, der still und weit oben vor dem Kreuzjoch seine Kreise zog.
Ich habe minutenlang einfach nur hochgeschaut. Dann habe ich das Smartphone aus der Jackentasche geholt und ohne großen Plan „Gleitschirm Tandemflug Fulpmes" eingetippt. Ich landete auf tandem-paragliding.center, scrollte durch die Beschreibungen und Bilder und las, dass man weder Erfahrung noch besondere Fitness braucht. Nur beim Gewicht gibt es eine Grenze: bis 100 Kilogramm. Das passte. Der Buchungsvorgang war so unkompliziert, dass ich fast misstrauisch wurde. Termin ausgewählt, Daten eingegeben, fertig, alles direkt auf dem Handy, noch bevor mein Kaffee kalt war. Am Nachmittag kam die Bestätigung für den übernächsten Morgen.
Ich gebe zu, dass ich die Nacht davor schlecht geschlafen habe.

Der Moment vor dem Start

Am Treffpunkt wartete schon das Team. Ich hatte mit Hektik und Kommandoton gerechnet, bekam aber das Gegenteil. Mein Pilot begrüßte mich mit Handschlag, fragte nach meinem Namen, nach meiner Nervosität und danach, ob ich warm genug angezogen sei. Ich hatte feste Schuhe, eine Fleecejacke und Handschuhe dabei, was im Oktober am Berg genau richtig war. Die Ausrüstung bekam ich gestellt: Gurtzeug, Helm, eine kurze Einweisung.
Dann ging es mit der Bahn hinauf in Richtung Kreuzjoch, in das Gebiet von Schlick 2000. Mit jedem Höhenmeter wurde das Licht weicher. Die Sonne stand tief, wie sie es im Herbst eben tut, und tauchte die Stubaier Alpen in ein klares, fast silbernes Licht. Unten im Tal lag noch ein dünner Dunstschleier über Fulpmes.
Am Startplatz sprachen alle ruhig und routiniert miteinander. Der Pilot erklärte mir, was gleich passiert: „Du läufst, ich laufe mit, und den Rest macht der Schirm." Mehr nicht. Ich wurde eingehängt, der Schirm lag ausgebreitet hinter uns, und mein Puls ging deutlich über dem Ruhewert. Während ich so dastand, fiel mir auf, wie vertraut dieses Team miteinander umging. Man neckte sich, half sich, achtete aufeinander. Es erinnerte mich an das, was man gemeinhin Familie nennt, nur dass hier niemand verwandt sein muss.

Als der Flug begann

„Und jetzt, Michael: laufen!" Ich lief. Zwei, drei, vier Schritte, der Schirm füllte sich über uns, zog an, und plötzlich war da kein Boden mehr. Kein Ruck, kein Absturzgefühl, ich hatte eher den Eindruck, dass der Berg leise von mir wegglitt.
Das Erste, was mir auffiel, war die Stille. Nur ein sanftes Rauschen, das Knistern des Schirms, ab und zu die Stimme des Piloten. Unter mir breitete sich das Stubaital aus, diese lange, grüne und goldene Furche zwischen den Bergen. Ich sah Fulpmes mit seinen Dächern und der Kirche, die schmale Straße und die Hänge in Gelb, Orange und dunklem Grün. Die Sehenswürdigkeit Stubaital kannte ich von Fotos, aber von oben wirkt es ganz anders. Man begreift erst dort die Größe der Landschaft.
„Willst du mal die Beine ausstrecken?", fragte mein Pilot. Ich tat es und hing entspannt im Gurt, als säße ich in einem Sessel. Die Thermik trug uns, wir zogen weite, ruhige Kurven. Einmal ließ er den Schirm etwas steiler eindrehen, mein Magen hüpfte kurz, und ich lachte laut los. Dann war es wieder still. Ich glaube, ich habe in diesen Minuten mehr gesehen als in den letzten Monaten im Alltag, einfach weil es nichts gab, was mich ablenkte. Kein Handy, keine Termine, nur Luft, Licht und Berge.
Über uns kreiste ein Greifvogel eine Weile mit. Mein Pilot erzählte, dass die Vögel die Aufwinde oft früher finden als die Menschen. Wir haben beide gegrinst.

Landung und was mir blieb

Der Landeanflug war überraschend sanft. Der Pilot leitete ein paar weite Schleifen ein, die Wiese bei Fulpmes kam näher, und dann hieß es nur noch: Beine hoch, ein paar Schritte, fertig. Ich stand wieder auf festem Boden, die Knie etwas weich, das Gesicht vom kühlen Fahrtwind gerötet.
Das Team war schon da, jemand drückte mir die Hand, ein anderer klopfte mir auf die Schulter, und es gab einen warmen Tee. Ich stand dort mit Gurtzeug und Helm, grinste wahrscheinlich ziemlich dämlich und fühlte mich merkwürdig aufgenommen. Genau dort kam mir das Wort wieder: Familie. Ich meine keine Verwandtschaft, sondern dieses Gefühl, dass sich Menschen mit einer gemeinsamen Leidenschaft kümmern, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Für ein paar Stunden war ich Teil davon, obwohl ich ein Fremder aus dem Norden war.
Am Abend bin ich noch eine Runde durch Fulpmes gelaufen. Die Luft roch nach Holzrauch und feuchtem Laub, und aus den Fenstern fiel warmes Licht auf die Straße. Immer wieder blickte ich hinauf zum Kreuzjoch, wo ich am Morgen noch gestartet war. Es sah plötzlich so nah aus.
Was ich mitnehme: Man muss kein Held sein, um zu fliegen. Man braucht nur den Mut, auf „Buchen" zu tippen, und Menschen, denen man vertrauen kann. Beides habe ich im Stubaital gefunden.
Mehr tolle Flugerlebnisse findest Du auf der Flugerlebnisse-Seite von tandem-paragliding.center.
Hinweis: Dieses Bild und dieser Text wurden mit Künstlicher Intelligenz (KI) generiert.
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