Tandemflug Kampenwand: Nicole findet echte Freiheit über Bayern

Tandemflug Kampenwand, Bayern: Nicole (26) erlebt pure Freiheit beim Gleitschirmfliegen über dem Chiemsee. Authentischer Erfahrungsbericht – jetzt buchen und Aufwind genießen.

Tandemflug Kampenwand - der Chiemsee

Tandemflug Kampenwand: Nicole findet echte Freiheit über Bayern

Eigentlich wollte ich nur wandern. Ein verlängertes Wochenende, raus aus Berlin, rein in die bayerische Bergluft – mehr hatte ich nicht geplant, als ich Anfang September nach Aschau kam. Dass daraus der intensivste Vormittag meines Jahres werden würde, hätte ich mir nicht träumen lassen.
Ich saß auf einer Bank am Ortsrand, Kaffee in der einen Hand, Wanderkarte in der anderen, als über mir plötzlich dieser bunte Schirm auftauchte. Lautlos, fast schwerelos, zog er seine Kreise vor der Kulisse der Kampenwand. Ich habe einfach nur nach oben gestarrt. Zwei Menschen, die da oben hingen, als gäbe es keine Schwerkraft. Mein erster Gedanke: Wie fühlt sich das wohl an?
Mein zweiter Gedanke war schon das Handy in meiner Hand. "Tandemflug Kampenwand" getippt, und da war sie schon, die Seite vom Tandem Paragliding Center. Fluggebiet, Ablaufplan, Preise, ein freier Termin für den nächsten Vormittag. Ich habe nicht lange gezögert, keine Nacht drüber geschlafen, keine Rücksprache gehalten – wozu auch, ich war ja allein unterwegs. Ein paar Klicks später war der Flug auf /fluggebiete/de/bayern/aschau/kampenwand-bei-aschau gebucht, die Bestätigung kam per Mail, und ich saß immer noch auf derselben Bank, jetzt aber mit einem völlig anderen Gefühl im Bauch.

Der Moment vor dem Tandemflug an der Kampenwand

Am nächsten Morgen ging es mit der Kampenwandbahn hinauf. Unter mir zog der Chiemsee vorbei, silbrig glänzend zwischen den Wiesen, und Aschau lag klein und friedlich im Tal. Oben angekommen, traf ich meinen Piloten, der mich erst einmal auf die Waage bat – bei mir kein Problem, unter den 100 Kilo Maximalgewicht liegt man da schnell, wenn man durchschnittlich gebaut ist. Er erklärte mir in aller Ruhe, was gleich passieren würde: Anlaufen, dann trägt uns der Schirm, fertig.
Ich stand da, Gurtzeug an, Helm auf, und habe gemerkt, wie nervös meine Finger waren. Nicht aus Angst, eher aus dieser eigenartigen Vorfreude, die keinen Namen hat. Der Wind kam in kurzen Böen über den Grat, der Schirm lag ausgebreitet hinter uns im Gras, bereit, sich zu füllen. Jemand zählte an, drei, zwei, eins – und dann sollte ich einfach laufen. Laufen, als gäbe es kein Morgen.

Freiheit pur: Der Tandemflug über dem Chiemsee beginnt

Drei, vier Schritte, mehr brauchte es nicht. Dann war der Boden weg. Kein Ruckeln, kein Kippen, einfach nur dieses plötzliche Nachgeben unter den Füßen, während sich der Schirm über uns aufblähte und uns nach vorne trug. Ich hatte mir vorgestellt, dass es sich anfühlt wie im Flugzeug beim Start. Es war komplett anders. Leiser. Sanfter. Fast so, als würde die Luft selbst entscheiden, mich zu tragen.
Unter mir öffnete sich mit einem Schlag das ganze Tal. Die Kampenwand mit ihren schroffen Felskanten fiel steil ab, und weiter hinten spannte sich der Chiemsee wie eine riesige, ruhige Fläche zwischen den Hügeln aus. Ich habe laut gelacht, ohne es zu wollen. Es kam einfach raus, dieses befreite Lachen, das man sonst nirgends rauslässt. Mein Pilot lenkte uns in sanften Kurven über die Hänge, mal näher an den Fels heran, mal weiter hinaus über die Wälder Richtung Aschau. Der Wind war kühl im Gesicht, aber nicht unangenehm, eher wie ein ständiger Beweis dafür, dass wir wirklich hier oben schwebten und das Ganze kein Traum war.
Was mich am meisten überrascht hat, war die Stille. Kein Motorengeräusch, kein Ruckeln, nur das leise Rauschen des Schirms über uns und ab und zu ein Wort von meinem Piloten, der mir erklärte, welcher Gipfel das gerade war oder wo genau Aschau lag. Ich habe kaum geantwortet. Ich wollte einfach nur schauen, spüren, sein.
Für einen Moment ließ mein Pilot den Schirm etwas kreisen, wir gewannen an Höhe in einer Thermikblase, und ich hatte das Gefühl, als würde die ganze Welt unter mir stillstehen, während ich selbst mich frei durch die Luft bewegte. Genau in diesem Moment habe ich verstanden, warum Menschen das immer wieder machen. Es hat nichts mit Adrenalin zu tun, eher mit diesem einen Gedanken: Hier oben zählt gerade wirklich nichts anderes.

Nach dem Flug: Was die Freiheit in mir zurückließ

Die Landung kam sanfter, als ich erwartet hatte. Eine Wiese am Fuß des Berges, ein paar letzte Schwünge, dann leichte Schritte im Gras, und wir standen. Einfach so. Ich hätte am liebsten sofort wieder hochlaufen wollen, um alles noch einmal zu erleben.
Stattdessen bin ich noch eine Weile auf der Wiese gesessen, habe zur Kampenwand hinaufgeschaut und versucht, das Ganze irgendwie zu fassen. Es ist schwer, in Worte zu packen, wie es sich anfühlt, wenn einen für zwanzig Minuten nichts außer Luft trägt. Kein Boden, keine Kontrolle im klassischen Sinn, und trotzdem dieses Gefühl von absoluter Sicherheit, weil da jemand neben mir saß, der genau wusste, was er tat.
Ich bin an diesem Nachmittag noch zum Wandern gekommen, wie ursprünglich geplant. Aber der eigentliche Grund, warum ich dieses Wochenende so oft im Kopf durchgehe, war nicht der Weg, den ich gegangen bin, sondern die zwanzig Minuten, in denen ich gar nicht gegangen bin, sondern geflogen. Manchmal reicht ein Blick nach oben, ein Griff zum Handy und eine spontane Entscheidung, um genau das zu finden, wonach man eigentlich gar nicht bewusst gesucht hat.
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