Tandemflug Kampenwand: Thermik erleben – Mein Erfahrungsbericht
Erlebnisbericht Tandemflug Kampenwand: Alexander (37) berichtet, wie Thermik den Gleitschirmflug zum Highlight machte. Jetzt Paragliding Kampenwand buchen & selbst erleben.

Tandemflug Kampenwand: Mein erstes Mal in der Thermik
Eigentlich wollte ich nur wandern. Nach drei Stunden Aufstieg zur Kampenwand stand ich verschwitzt auf der Aussichtsplattform und genoss den Blick über den Chiemsee. Die bayerischen Alpen erstreckten sich vor mir wie eine Postkarte, Aschau lag tief unten im Tal. Dann sah ich ihn – einen bunten Gleitschirm, der direkt über mir kreiste. Der Pilot drehte Runde um Runde, stieg dabei immer höher. Fasziniert beobachtete ich das Schauspiel. Was macht der da?
Wie ich spontan meinen Thermik-Tandemflug buchte
Ich zückte mein Smartphone und googelte "Gleitschirm Kampenwand". Die ersten Treffer führten mich zu tandem-paragliding.center. Während ich noch auf der Plattform stand und dem Schirm nachschaute, scrollte ich durch die Seite. "Thermikflüge ab Kampenwand" stand da. Das war es also, was der Pilot da oben machte – er nutzte die warme Luft zum Steigen.
Die Buchung ging erstaunlich schnell. Ich wählte den Flug auf /fluggebiete/de/bayern/aschau/kampenwand-bei-aschau aus, checkte kurz mein Gewicht (87 Kilo, passt locker unter die 100-Kilo-Grenze) und buchte für den nächsten Tag um 14 Uhr. Thomas würde mein Pilot sein.
Am Abend las ich mich in die Materie ein. Thermik entsteht, wenn die Sonne den Boden erwärmt und die heiße Luft aufsteigt. Gleitschirmpiloten nutzen diese unsichtbaren Aufwinde zum Höhengewinn. Klingt einfach, ist aber hohe Kunst.
Der Tandemflug beginnt: Erste Berührung mit der Thermik
Thomas empfing mich am Startplatz unterhalb der Kampenwand-Seilbahn. Ein ruhiger Typ, Mitte 40, mit sonnengebräunter Haut und einem verschmitzten Lächeln. "Perfektes Wetter heute, die Thermik sollte ab 14 Uhr gut funktionieren", meinte er beim Anlegen des Gurtzeugs.
Der Start verlief anders als erwartet. Kein Anlauf, kein Sprung. Thomas zog den Schirm hoch, wir machten drei Schritte – und schwebten. Der Hang fiel unter uns weg, Aschau wurde kleiner. Mein Magen kribbelte, aber nicht unangenehm.
Nach zwei Minuten ruhigem Gleiten spürte ich es zum ersten Mal. Ein leichtes Ruckeln, dann drückte es mich in den Sitz. "Da ist sie", rief Thomas. "Jetzt geht's rund!" Er lehnte sich in die Kurve, der Schirm neigte sich. Wir flogen im Kreis, das Variometer piepste aufgeregt. Ich verstand die Anzeige nicht, aber Thomas strahlte. "Drei Meter pro Sekunde steigen wir!"
Die Kampenwand wanderte unter uns vorbei. Wir stiegen höher als der Gipfel. Der Chiemsee glitzerte in der Sonne, die Alpen reihten sich bis zum Horizont. In der Thermik war es wärmer als außerhalb, ich spürte die aufsteigende Luft wie einen sanften Föhn im Gesicht.
Was vom Thermik-Flug bleibt: Mehr als nur Höhenmeter
45 Minuten kreisten wir über der Kampenwand. Thomas erklärte mir die Wolkenbildung, zeigte mir Adler, die in derselben Thermik kreisten, ließ mich sogar kurz die Steuerleinen halten. Wir stiegen auf 2.400 Meter, fast 1.000 Meter über dem Startplatz.
Das Besondere an der Thermik? Sie macht aus einem Gleitflug ein richtiges Flugerlebnis. Ohne sie wäre nach zehn Minuten Schluss gewesen. So aber hatten wir Zeit, die Landschaft zu erkunden. Wir flogen bis zum Chiemsee, umrundeten die Kampenwand, genossen die Aussicht auf die Chiemgauer Alpen.
Die Landung auf der Wiese bei Aschau war butterweich. Meine Beine zitterten leicht, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Thomas packte routiniert den Schirm zusammen, während ich noch völlig geflasht dastand.
"Thermik ist wie Segeln am Himmel", sagte er beim Abschied. "Man nutzt die Kraft der Natur, um oben zu bleiben." Er hatte recht. Drei Tage später erwischte ich mich dabei, wie ich wieder auf der Kampenwand stand und den Himmel nach Gleitschirmen absuchte. Die nächste Buchung hatte ich schon getätigt – diesmal für einen Thermikflug am Nachmittag, wenn die Bedingungen am besten sind.
Was nehme ich mit nach Innsbruck? Die Erkenntnis, dass Fliegen mehr ist als nur von A nach B zu kommen. In der Thermik zu kreisen, mit Adlern auf Augenhöhe zu sein, die Welt von oben zu sehen – das verändert die Perspektive. Nicht nur auf die Landschaft, auch auf das eigene Leben. Manchmal muss man sich einfach tragen lassen.