Tandemflug Kössen im Frühling: Mein Gleitschirm-Abenteuer
Erleben Sie Tandemfliegen in Kössen im Frühling über den Wilden Kaiser. Unser Erfahrungsbericht zum Paragliding Kössen – Frühlingsflug mit Aufwindglück. Jetzt buchen!

Tandemflug Kössen im Frühling: Mein Flug über Tirol
Eigentlich wollte ich nur ein verlängertes Wochenende in Kössen verbringen. Als Innsbrucker kennt man die üblichen Verdächtigen – Nordkette, Patscherkofel, Axamer Lizum. Aber der Kaiserwinkl? Den hatte ich irgendwie nie richtig auf dem Schirm. Bis zu diesem Apriltag, an dem ich mit 43 Jahren zum ersten Mal in meinem Leben Gleitschirm geflogen bin.
Der spontane Entschluss zum Frühlingsflug
Es war einer dieser perfekten Frühlingstage Ende April. Die Sonne hatte bereits ordentlich Kraft, aber die Luft war noch angenehm frisch. Ich saß gerade beim Frühstück auf der Terrasse meiner Pension, als über mir ein bunter Gleitschirm seine Kreise zog. Gelb-orange leuchtete er vor dem strahlend blauen Himmel, und der Pilot schien völlig schwerelos über den Walchsee zu schweben.
Ich konnte meinen Blick nicht abwenden. Wie ein großer Vogel glitt er dahin, mal höher, mal tiefer, immer in eleganten Kurven. Nach etwa zehn Minuten zückte ich mein Smartphone und googelte "Gleitschirm Kössen". Die erste Seite, die auftauchte, war tandem-paragliding.center. Schon beim Durchscrollen der Bilder kribbelte es in meinem Bauch.
Die Buchung ging erstaunlich schnell. Ich wählte den Flug auf /fluggebiete/at/tirol/koessen/koessen, füllte das Formular aus – Gewicht 87 kg, passt locker unter die Grenze von 100 kg – und keine zwei Stunden später stand ich am Treffpunkt beim Unterberghorn.
Mein Tandemflug beginnt: Frühling von oben
Thomas, mein Tandempilot, war ein ruhiger Typ Mitte dreißig. Während er den Schirm ausbreitete und die Leinen kontrollierte, erklärte er mir die Basics: "Drei, vier Schritte rennen, dann trägt uns der Wind. Ganz easy." Easy, dachte ich, während mein Puls bereits auf 120 ging.
Die Startwiese lag auf etwa 1.700 Metern. Unter uns breitete sich der Kaiserwinkl aus wie eine riesige Modelleisenbahn-Landschaft. Der Walchsee glitzerte türkisblau, umrahmt von saftig grünen Wiesen, auf denen die ersten Frühlingsblumen blühten. Im Hintergrund thronte majestätisch der Wilde Kaiser mit seinen noch schneebedeckten Gipfeln.
"Bereit?", fragte Thomas. Ich nickte, obwohl meine Knie weich wurden. Dann ging alles ganz schnell. Ein paar Schritte bergab, der Schirm füllte sich mit Luft, zog uns nach oben – und plötzlich hatten meine Füße keinen Bodenkontakt mehr.
Der erste Moment in der Luft ist unbeschreiblich. Keine ruckartigen Bewegungen, kein Motorenlärm. Nur dieses sanfte Gleiten, als würde man auf einer unsichtbaren Wolke sitzen. Unter mir wurde die Welt immer kleiner. Die Wanderer auf den Wegen sahen aus wie Ameisen, die Autos auf der Straße wie Spielzeug.
Was vom Frühlingsflug blieb: Mehr als nur Erinnerungen
Thomas steuerte uns in eine Thermik. "Spürst du das?", fragte er. Und ob ich es spürte! Wie in einem unsichtbaren Fahrstuhl stiegen wir höher und höher. 2.000 Meter, 2.200 Meter, 2.400 Meter zeigte das Variometer. Die Frühlingsluft war glasklar. Ich konnte bis zum Chiemsee schauen, in der anderen Richtung erkannte ich sogar die Hohen Tauern.
Wir flogen direkt auf den Wilden Kaiser zu. Die schroffen Felswände wirkten aus der Nähe noch gewaltiger. "Im Winter ist hier alles weiß", erzählte Thomas, "aber ich finde, im Frühling ist es am schönsten. Diese Kontraste zwischen Schnee, Fels und den ersten grünen Almwiesen."
Er hatte recht. Die Natur explodierte förmlich vor Leben. Auf den Südhängen blühten bereits die Krokusse, während die Nordhänge noch im Winterschlaf lagen. Ein Bussard kreiste unter uns – zum ersten Mal in meinem Leben schaute ich von oben auf einen Greifvogel herab.
Nach etwa 20 Minuten Flugzeit – die wie fünf Minuten vergingen – leitete Thomas die Landung ein. Sanfte Kurven brachten uns wieder tiefer. Die Häuser wurden größer, ich konnte wieder einzelne Menschen erkennen. Die Landung selbst war butterweich. Ein paar Schritte laufen, und schon standen wir wieder auf festem Boden.
Meine Beine zitterten leicht, aber das Grinsen bekam ich den ganzen Tag nicht mehr aus dem Gesicht. Noch am Abend, zurück in Innsbruck, schaute ich mir die Fotos und Videos an, die Thomas während des Flugs gemacht hatte. Aber ehrlich gesagt: Kein Foto kann dieses Gefühl einfangen, wenn der Frühling dich auf seinen Flügeln trägt und du für einen Moment Teil des Himmels wirst.
Nächstes Jahr im April bin ich wieder in Kössen. Das steht bereits fest. Vielleicht wage ich mich dann sogar an einen längeren Thermikflug. Thomas meinte, bei guten Bedingungen könne man locker eine Stunde in der Luft bleiben. Eine Stunde Frühling von oben – ich kann es kaum erwarten.