Tandemflug Neustift Winter: 49-jähriger erlebt Stubaital von oben

Tandemflug Neustift Winter: Sebastian (49) erlebt Paragliding über verschneitem Stubaital. Erfahrungsbericht zum Gleitschirmfliegen in Neustift – jetzt lesen!

Tandemflug Neustift - das Stubaital

Tandemflug Neustift: Sebastian erlebt den Winter von oben

Ich hätte nicht gedacht, dass ein ganz normaler Nachmittag im Stubaital mein Wochenende komplett umkrempeln würde. Ich bin Sebastian, 49, aus Salzburg, und eigentlich war ich nur zum Skifahren nach Neustift gefahren. Ein paar Tage für mich allein, ohne Termine, ohne Telefon am Ohr. Genau das, was ich manchmal brauche, um den Kopf wieder freizubekommen.
Und dann sah ich diesen Gleitschirm.

Wie der Wunsch nach einem Tandemflug entstand

Es war einer dieser Wintertage, an denen die Luft so klar ist, dass man meint, man könnte die Berge anfassen. Ich stand an der Talstation, die Skischuhe noch nicht ganz zugeschnallt, und blickte einfach nach oben. Über mir zog ein bunter Gleitschirm ruhige Bögen durch den blauen Himmel. Kein Motor, kein Lärm – nur dieses langsame, fast schwerelose Kreisen über der verschneiten Landschaft.
Ich blieb einfach stehen und schaute. Minutenlang. Irgendwann zog ich das Smartphone aus der Jackentasche, tippte mit klammen Fingern "Tandemflug Neustift Winter" in die Suche und landete auf einer Seite, die genau das anbot, was ich gerade da oben sah. Ich klickte mich durch, las mir alles durch – auch, dass das Maximalgewicht für Passagiere bei 100 Kilo liegt, was für mich kein Problem war – und dann, mitten im Schnee, mit dampfendem Atem, habe ich den Flug direkt auf /fluggebiete/at/tirol/neustift/neustift-im-stubaital gebucht. Einfach so. Per Handy, im Stehen, während die Gondel neben mir bergwärts fuhr.
Ehrlich gesagt hatte ich in dem Moment ein bisschen Herzklopfen. Nicht vor Angst – eher vor Vorfreude auf etwas, das ich mir mit 49 Jahren nie zugetraut hätte.

Der Tag vom ersten Eindruck bis zum Start

Am nächsten Morgen traf ich meinen Piloten. Ein ruhiger, sonnengebräunter Typ, der offensichtlich hunderte solcher Winterflüge hinter sich hatte. Das hat mir sofort ein gutes Gefühl gegeben. Wir sind gemeinsam mit der Bahn Richtung Elfer hoch. Der Elfer thront über dem Tal, und schon während der Fahrt merkte ich, wie sich alles verkleinerte: die Häuser von Neustift, die Loipen, die Skifahrer, die wie kleine bunte Punkte den Hang hinunterzogen.
Oben angekommen, breitete mein Pilot den Schirm im Schnee aus. Er erklärte mir in Ruhe, was gleich passieren würde: ein paar entschlossene Schritte den Hang hinunter, weiterlaufen, nicht stehenbleiben – und dann würde der Schirm uns tragen. Ich nickte, obwohl mein Herz schon wieder klopfte. Vor mir lag das ganze Stubaital, tief verschneit, umrahmt von den mächtigen Stubaier Alpen.
Dann ging alles schnell. "Und jetzt laufen!", rief er hinter mir. Ich rannte los, spürte den Zug des Schirms über mir, machte noch zwei, drei Schritte – und plötzlich war da kein Boden mehr unter meinen Füßen. Nur noch Luft. Der Hang fiel unter mir weg, und ich glitt hinaus über das weiße Tal.

Was der Flug über dem winterlichen Stubaital mit mir gemacht hat

Ich kann kaum in Worte fassen, wie still es da oben ist. Kein Motorengeräusch, nur das leise Rauschen des Windes und ab und zu die ruhige Stimme meines Piloten hinter mir. Unter mir das Stubaital in seinem tiefsten Winterkleid – die verschneiten Wälder, die zugefrorenen Bäche, die Sonne, die sich in den Schneekristallen brach, als hätte jemand Millionen kleiner Lichter über die Landschaft gestreut.
Der Pilot legte den Schirm sanft in eine Kurve, und für einen Moment sah ich die ganze Kette der Stubaier Alpen in ihrer vollen Größe. Diese Berge, an denen ich sonst nur vorbeifahre, lagen plötzlich unter mir, greifbar und riesig zugleich. Ich hatte ein Grinsen im Gesicht, das ich einfach nicht abstellen konnte.
Was mich am meisten überraschte: Ich hatte keine Angst. Nach den ersten Sekunden war da nur noch dieses tiefe Gefühl von Ruhe. Als würde die Zeit für einen Augenblick anhalten und mir erlauben, alles um mich herum wirklich wahrzunehmen. Ich, 49 Jahre alt, schwebte allein mit meinem Piloten über einer der schönsten Winterlandschaften, die ich je gesehen habe – und ich musste an nichts denken. Keine Arbeit, keine Sorgen. Nur der Moment.
Mein Pilot fragte irgendwann, ob ich Lust auf ein paar sanfte Schwünge hätte. Ich sagte Ja, ohne zu zögern. Der Schirm neigte sich, ich spürte die Fliehkraft leicht im Bauch, und trotzdem blieb alles kontrolliert und ruhig. Nichts Wildes, nichts Beängstigendes – genau das richtige Maß für jemanden, der zum ersten Mal fliegt.
Die Landung kam schneller, als mir lieb war. Wir schwebten auf eine verschneite Wiese am Talboden zu, mein Pilot bremste den Schirm sanft ab, und ich setzte fast wie in Zeitlupe mit den Füßen auf. Weicher Schnee, sicherer Stand. Ich stand einfach da und schaute noch einmal nach oben, dorthin, wo ich Sekunden zuvor noch geschwebt war.
Wenn ich zurückdenke an diesen Wintertag beim [Neustift in Tirol](https://tandem-paragliding.center/fluggebiete/at/tirol/neustift/neustift-im-stubaital), dann weiß ich: Das war eine der besten spontanen Entscheidungen meines Lebens. Ich war allein nach Neustift gekommen, um Ski zu fahren – und bin mit etwas ganz anderem nach Salzburg zurückgekehrt. Mit dem Wissen, dass man sich manchmal einfach trauen muss. Ein Blick nach oben, ein paar Klicks am Smartphone, und plötzlich sieht man die Welt von einer Seite, die man vorher nie kannte.
Falls ihr also mal im Stubaital seid, den Schnee unter den Skiern und einen bunten Schirm über euch am Himmel – schaut nicht nur hoch. Bucht selbst. Ich habe es getan, mit 49, ganz allein, und ich würde es jederzeit wieder tun.
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