Fliegen im Hangaufwind

Erlebe, wie der Gleitschirm im Hangaufwind an Hangkanten entlang getragen wird. Heir lesen, wie das geht.

Tandemflug Soaring an der Hangkante bei Zell am See

Fliegen im Hangaufwind

Was ist Soaring?

Stell dir vor, du stehst an einem windigen Tag an einer Hangkante und spürst, wie der Wind von unten gegen den Hang drückt. Genau diese aufsteigende Luft – den Hangaufwind – nutzen Gleitschirmpiloten zum sogenannten Soaring. Anders als beim Thermikfliegen, wo warme Aufwinde aus dem Tal aufsteigen, entsteht Soaring durch den Wind, der gegen einen Berghang drückt und entlang der Hangkante nach oben abgelenkt wird. Der Gleitschirm wird regelrecht auf einer unsichtbaren Luftrampe nach oben getragen.
Besonders eindrucksvoll ist Soaring an langen Bergkämmen wie z.B. der Schmittenhöhe in Zell am See. Hier kannst du als Passagier erleben, wie dein Pilot den Schirm geschickt an der Hangkante entlangsteuert und dabei Höhe gewinnt – ohne Thermik, nur durch die Kraft des Windes.

Wie entsteht Hangaufwind?

Hangaufwind, auch Hangabwind genannt, entsteht, wenn der Wind auf ein Hindernis trifft. Die Luft wird am Hang nach oben abgelenkt und erzeugt eine Aufwindzone direkt vor der Hangkante. Je steiler der Hang und je stärker der Wind, desto kräftiger der Aufwind.
Für optimales Soaring braucht es:
- Wind zwischen 15 und 30 km/h
- Eine freie Anströmung des Hangs (keine vorgelagerten Hügel)
- Einen Hang mit passender Ausrichtung zum Wind
Wichtig: Anders als in den Flachland-Schauermärchen der Gleitschirmlegenden – das gibt es hier nicht. Soaring funktioniert zuverlässig in den Alpen, weil die Berge groß genug sind, um auch bei schwachem Wind Aufwind zu erzeugen.

Warum Soaring beim Tandemflug ein besonderes Erlebnis ist

Beim Tandemflug mit einem erfahrenen Piloten erlebst du Soaring aus erster Hand, ohne selbst fliegen zu müssen. Dein Pilot sucht sich die beste Linie entlang des Hangs und du spürst körperlich, wie der Schirm im Aufwind nach oben gezogen wird.
Der Unterschied zum normalen Gleitflug ist deutlich spürbar: Statt langsam zu sinken und im Tal zu landen, gewinnst du plötzlich wieder an Höhe. Der Schirm scheint zu leben, das Tragegefühl in den Leinen wird spürbar kräftiger, und du hörst das typische Rauschen des Schirms, wenn er durch die aufsteigende Luft getragen wird.

Was du als Passagier wissen solltest

Soaring ist kein Kunstflug und nichts, wovor du Angst haben müsstest. Dein Pilot hat jahrelange Erfahrung und weiß genau, welche Windverhältnisse sicher sind. Du sitzt sicher im Gurtzeug vor deinem Piloten und kannst die Fahrt genießen.
Ein paar Dinge, die du wissen solltest:
- Leichte Kleidung, die winddicht ist – auf dem Berg kann es kühl sein, besonders im Frühjahr und Herbst
- Geschlossene Schuhe für den Start und die Landung
- Kamera oder Smartphone für Fotos – in einer kleinen Brusttasche sicher verstaut
- Keine schweren Gegenstände in den Taschen, die beim Fliegen stören könnten
Dein Gewicht sollte 100 Kilogramm nicht überschreiten – das ist die maximale Zuladung für Tandempassagiere.

Die beste Zeit für Soaring

Soaring ist stark windabhängig. Die besten Bedingungen herrschen im Frühjahr und Herbst, wenn sich stabile Hochdrucklagen mit mäßigem Wind verbinden. Auch im Sommer gibt es gute Soaring-Tage, besonders am Vormittag, bevor die Thermik einsetzt.
Dein Pilot wird die Wetterlage genau beobachten und entscheiden, ob die Bedingungen für Soaring geeignet sind. Nicht jeder Flugtag bietet Hangaufwind – aber wenn er da ist, wirst du etwas ganz Besonderes erleben.
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